26. Mai 2013
Die Kraft der Sonne nutzen: Krinner-Kofler-Hütte bei Mittenwald mit Fotovoltaik-Dach (Foto: Rheinzink)

Solarthermie und Fotovoltaik: Die Kraft der Sonne nutzen

Für immer mehr Hausbesitzer ist die Montage einer Solarthermie oder einer Fotovoltaik-Anlage die Garantie für eine saubere, kontinuierliche Energieversorgung. Denn Sonne gibt es immer.
Solarthermie – die Wärmeerzeugung mittels Kollektoren auf dem Dach oder an der Fassade – ist ein guter Einstieg in die regenerative Energietechnik. Eine Kollektorfläche von vier Prozent der beheizten Nutzfläche eines Einfamilienhauses reicht meist für die Trinkwassererwärmung aus. Damit ist die Pflicht nach dem EEWärmeG erfüllt. Soll auch die Heizungsanlage in der Übergangszeit solar unterstützt werden, muss man mit einer Kollektorfläche von 10 bis 18 Quadratmetern rechnen. Benötigt werden außerdem rund 100 Liter Pufferspeicher pro Quadratmeter.
Im Altbau besteht der Charme der Solarthermie darin, dass sie auch eine ältere Heizung, die noch nicht ganz reif für den Rausschmiss ist, unterstützen kann. Damit lässt sich schon einiges an fossilem Brennstoff sparen. Familie Babilon aus Eslohe etwa, deren Haus im dena-Wettbewerb in der Kategorie „Solar Innovation“ prämiert wurde, hat den Ölverbrauch ihres Niedrigtemperaturkessels Baujahr 1991 mithilfe von 24 Quadratmetern Solarkollektoren und einer effizienten Wärmedämmung auf 650 Liter im Jahr drosseln können – und das für ein 182 Quadratmeter großes Haus mit sieben Bewohnern.
Ganz auf Sonne eingestellt: Die Fassade ist mit transparenter Wärmedämmung ausgestattet.
Haus-Infos
Bauherren
Familie Babilon, Eslohe
Wohnfläche
162 Quadratmeter
Bauweise
Betonstein (Baujahr 1966)
Regenerative Energietechnik
24 Quadratmeter Solarthermie, 51 Quadratmeter Fotovoltaik-Anlage mit 6 kWp Leistung. Ausgezeichnet im dena-Wettbewerb unter anderem für „innovative Fassade, transparente Wärmedämmung und Architektur als Eye-Catcher“
Infos
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Auf dem Dach sind Solarkollektoren und Fotovoltaik installiert.
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Selbst der Wintergarten, der auch als Wärmepuffer dient, wird von Modulen verschattet.
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Anne und Georg Babilon sind stolz auf ihr attraktiv modernisiertes Haus. (Fotos: dena)
Fotovoltaik bringt Gewinn
Finanziell noch lohnender ist die Installation einer Fotovoltaik-Anlage. Zwar werden die Fördersätze für neu in Betrieb gehende Anlagen regelmäßig gekürzt, dafür sinken aber auch die Anschaffungskosten – seit Anfang 2009 um 30 Prozent. Eine komplette Anlage einschließlich Montage mit einer Leistung von 4 Kilowatt peak (kWp, die Bezeichnung steht für die Spitzenleistung der Anlage) bekommt man schon für 11.000 bis 12.000 Euro. Sie produziert in Deutschland zwischen 750 und 1.000 Kilowattstunden (kWh) pro kWp und Jahr.
Nach Berechnung der Stiftung Warentest lassen sich mit einer solchen Anlage abzüglich der Betriebskosten bei einer Vergütung von 32,88 Cent pro kWh jährlich mehr als 1.000 Euro einnehmen, wenn der Betreiber den gesamten Strom ins Netz einspeist. Bei mehr als 30 Prozent Eigenverbrauch sähe die Rechnung noch günstiger aus. Dann sinkt die Vergütung zwar auf 20,88 Cent pro kWh, dazu kommt aber die Ersparnis von gekauftem Strom. Mit einem Renditerechner unter www.test.de/Solarrechner können Sie mögliche Solarstromgewinne selbst errechnen.
Familie Babilon hat mit ihrer 6-kWp-Anlage in den vergangenen Jahren sogar mehr als 2.000 Euro pro Jahr eingenommen. „Davon können wir die Investitionen in unser Haus bezahlen“, berichtet Anne Babilon zufrieden.
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Solarelemente gestalten
Neben dem Energiegewinn zählt für die Babilons aber auch die optische Aufwertung ihres Hauses: Der schlichte Einheitslook in weißem Putz ist einer fast futuristisch anmutenden Solaroptik gewichen. Anders als etwa die Wärmepumpe oder der Holzkessel im Keller sind Solarthermie und Fotovoltaik am Haus sichtbare Techniken. Deshalb spielen ästhetische Gesichtspunkte eine große Rolle. Kollektoren oder Module sind inzwischen sogar zu eigenständigen architektonischen Gestaltungselementen geworden. Dabei müssen sie nicht mehr als optisch störender „Fremdkörper“ auf dem Dach montiert werden. Solarzellen können beispielsweise mit vorgefertigten Metallträgern fest verbunden in die Dacheindeckung integriert werden, ohne dass eine zusätzliche Unterkonstruktion nötig wäre.
Wem glänzende Flächen an Dach oder Fassade nicht gefallen, der kann eine unauffälligere Optik wählen. Unverglaste Solarkollektoren in Form von Zinkpaneelen gibt es mittlerweile ebenso wie in herkömmliche Tonziegel integrierte Solarzellen. Auf diese – von weitem unsichtbare – Weise kann Solartechnik selbst für denkmalgeschützte Häuser eine Option sein.
Fotovoltaik-Versicherung
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(Foto: Fotolia)
So schützen Sie Ihr Kraftwerk auf dem Dach: Eine Versicherung gegen Feuer-, Sturm- und Hagelschäden ist meist gegen Beitragsaufschlag über die Gebäudeversicherung möglich. Zu empfehlen ist jedoch eine spezielle Fotovoltaik-Versicherung, die auch bei Material- und Installationsfehlern sowie Vandalismus oder Diebstahl haftet. Auch Risiken durch den Betrieb der Anlage – etwa durch herabfallende Bauteile – sollte man abdecken. Bei vielen Versicherern ist das über die private Haftpflicht möglich.
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