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Der Garten im Herbst: Pflanzenpflege hat Hochsaison©

© Bernd Kasper/pixelio.de

 

Der Garten im Herbst: Pflanzenpflege hat Hochsaison

Der Herbst ist da! Und damit die Zeit, um alles dafür zu tun, damit Ihre Pflanzen gut durch den Winter kommen. Nur dann können sie im Frühling wieder mit voller Kraft durchstarten. Doch welche Arbeiten genau stehen jetzt im Garten an? Bauemotion.de sprach mit Rainer Mertens, Gärtnermeister bei Paul Horstmann/Gärtner von Eden, Ennigerloh.

Herr Mertens, was ist jetzt im Herbst zu tun, um den Garten gut über den Winter zu bringen?

Rainer Mertens: Nun ist es Zeit für die Herbstdüngung des Rasens. Hierfür verwendet man einen kalibetonten Dünger, der das Gras frostbeständiger macht. Mit einem stickstoffbetonten Sommerdünger kommt es oft zu weich in den Winter. Auch andere Pflanzen im Garten können mit einem Kalidünger behandelt werden. Die meisten zeigen aber schon genug Frosthärte, wenn sie nur ausreichend gegossen wurden oder wetterbedingt genug Wasser haben. Empfindlich sind hauptsächlich immergrüne Gewächse wie Rhododendron oder Kirschlorbeer. Die sollten je nach Witterung sogar nachgedüngt werden.

Was passiert mit dem ganzen Laub im Garten?

Rainer Mertens: Oft versinkt der Garten im Herbst regelrecht im Laub. Vom Rasen muss es entfernt werden. Bei den Pflanzflächen kommt es darauf an, wie viel Laub dort liegt. Pflanzen ersticken unter einer zu dicken Schicht, während bei Gehölzen über den Winter Fäulnisstellen entstehen. Ein bisschen Laub ist aber kein Problem, da es zugleich eine gute Mulchschicht für den Winter bildet.

Für den Garten im Herbst steht auch der Gehölzschnitt an...

Rainer Mertens: Jetzt schneidet man das Trockenholz heraus und macht den Heckenschnitt. Auch die weniger empfindlichen Formgehölze kann man spätestens jetzt, also Anfang Oktober, noch zurückschneiden. Nadelgehölze und Buchenhecken vertragen je nach Witterung sogar noch bis Mitte November einen Schnitt. Wenn starker Frost einsetzt, sollte man aber damit aufhören. Der Frost dringt sonst in die Schnittstellen hinein, was sehr unansehnlich aussieht. Außerdem tut sich die Pflanze dann schwer, im Frühjahr durchzutreiben.

Muss man auch die Stauden zurückschneiden?

Rainer Mertens: Bei Stauden würde ich eher einen Frühjahrsschnitt empfehlen, es sei denn, sie sind jetzt nicht richtig stabil und drohen umzukippen. Ansonsten würde ich lieber alles stehen lassen, weil verblühte Stauden im Winter je nach Standort ja auch durchaus dekorativ aussehen können.

Herbstzeit ist auch Pflanzzeit...

Rainer Mertens: Ab Mitte Oktober kann man im Prinzip fast alles pflanzen. Bei wurzelnackten Pflanzen, etwa Obstbäumen und Rosen, sollte man auf den Laubfall warten. Jetzt ist außerdem der ideale Zeitpunkt, um im Garten Blumenzwiebeln fürs Frühjahr zu setzen.

Der Garten im Herbst: Gibt es noch etwas zu beachten?

Rainer Mertens: Wer einen Teich hat, sollte die trockenen Pflanzen am Ufer zurückschneiden und das Wasser mit einem Teichnetz abdecken, bevor der Laubfall so richtig einsetzt. Das ist besonders wichtig bei Schwimmteichen. Schneiden Sie hohe Pflanzen hier so weit zurück, dass Sie das Netz direkt über das Wasser spannen können, um es nach dem Laubfall samt Laub wieder herauszuholen. Geschieht dies nicht, wird der Teich durch die Blätter überdüngt. Es bildet sich viel stickstoffreicher Schlamm, was im darauffolgenden Jahr zu einem erhöhten Algenwachstum führt. Falls Sie kein Netz haben, sollten Sie das Herbstlaub mit einem Kescher herausholen. Wer all diese Tipps beherzigt, wird im kommenden Frühjahr wieder viel Freude an seinem Garten haben.

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