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Thema: U-Wert und Material der Außenwände?

      
   
   
  1. #1
    Neuer Benutzer
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    U-Wert und Material der Außenwände?

    Sehr geehrter Bauexperte,

    wir haben vor ein paar Tagen den Plan für unser in Massivbauweise neu zu errichtendes Wohnhaus in der Gemeinde abgegeben und möchten uns jetzt Angebote für den Rohbau von verschiedenen Firmen einholen. Wir planen den Bau mit Steinen der Dicke 36,5 cm und möchten als Heizung eine Wärmepumpe einbauen. KfW-60 oder KfW-40 wird nicht angestrebt. Dennoch ist uns eine gute Dämmung natürlich wichtig!

    Da jede Firma andere Vorstellungen hinsichtlich der Verwendung der richtigen Steine für den Bau der Außenwände hat, haben wir folgende Fragen zu diesem Thema an Sie:

    Welche Steine empfehlen Sie aktuell beim Wohnhausneubau? Uns ist besonders ein gesundes Verhältnis zwischen Nutzen (Wärmedämmung ect.) und Kosten für die Steine wichtig. Einige Firmen favorisieren Steine mit einem U-Wert von 0,25, andere meinten 0,35 sei völlig ausreichend.

    Außerdem gibt es auch unterschiedliche Aussagen hinsichtlich des der Materials der Steine. Was meinen Sie?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe!

    Mit freundlichen Grüßen

    astern

  2. #2
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo astern,

    zunächst einmal wünsche ich Ihnen und allen Forumsteilnehmern ein frohes neues Jahr.
    Außenwände erfüllen eine wichtige Funktion, was Dämmeigenschaften, Statik, Schallschutz, Wärmespeichervermögen und letztlich persönliches Empfinden angeht. Aber auch Gründe der Gestaltung, der Verarbeitung, wenn das Mauerwerk selbst erstellt werden soll, oder der Energieaufwand bei der Produktion der Steine sowie der Transportkostenanteil können ausschlaggebend sein. Die regionale Verfügbarkeit kann ebenfalls eine Rolle spielen.
    Sie sollten sich darum zusammen mit einem Fachmann ein paar zusätzliche Gedanken zu den bauphysikalischen Werten der Außenwand und letztlich auch zur Gestaltung Ihres neuen Hauses machen.
    Aus diesen Kriterien wird sich ein konstruktiver Wandaufbau ergeben, der einen bestimmten Steintyp bevorzugt. Damit können Sie Angebote bei Bauunternehmen einholen und sicher sein, dass die Preise auch vergleichbar sind. Man kann dem Anbieter sicher auch Alternativen zugestehen, aber diese sollten dann jeweils den vorgegebenen Anforderungen genügen.
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
    www.bauemotion.de/forum

  3. #3
    Neuer Benutzer
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    U-Wert , Aussenwandmaterial , Optik und Funktionen

    Hallo Frau „Astern“ , hallo Herr Kollege Ehlers ,
    auch allen in der Gemeinde ein gesundes frohes neues Jahr von meiner Seite aus dem Bonner Norden …
    Ich bin etwas erstaunt über die Frage von Bauherrin Astern , denn Ihr Architekt hat den Bauantrag eingereicht , anschließend ist eine ENEV- Berechnung für den Baustart an das Bauamt erforderlich . Der Architekt legt nach Rücksprache mit den Bauherren fest , welche Materialen an welchen Stellen zu verwenden sind , und somit auch die Dämmungen und Dicken . DIESE gibt er dem ENEV- Berechner und Energieberater durch .
    Wieso sind Sie hier verunsichert , Ihr Architekt wird Sie sicher gut beraten . Bleiben Sie da am Ball …
    Ich schließe mich den Gedanken von Herrn Kollegen Ehlers voll an , möchte nur ergänzen , daß eine Hausfassade
    A)A) eine Visitenkarte bleibt ,
    B) B) den Verkaufswert des Hauses stark beeinflußt ,
    C) C) die Passivität des Hauses gegenüber Wetter und Temperaturen stark beeinflußt ,
    D)D) die Instandhaltungs- und Heizkosten beeinflußt .
    E)möglicherweise eine Frage der Anpassung an die Umgebung ist .
    F)und noch viele Dinge mehr . Man spricht von Funktionsmauerwerk .


    Hausfassade ist für mich eine Frage der Bauphilosophie . z.B. Im urbanen Nürnberg macht man nicht einfach eine Putzfassade wie hier im Rheinland … da legt man noch Wert auf Stein …
    U) Eine Putzfassade ist sicher mal zu streichen , Rhythmus etwa 20 Jahre … Das Steinmaterial für ein einschaliges Mauerwerk , welches verputzt U = 0,35 erreicht , ist meines Erachtens nicht zeitgemäß ! …. Ein einschaliger Stein mit Lambda -wert von 0,10 ist ohne Lieferschwierigkeiten zu bestellen und ergibt in der Wandstärke 36,5cm verputzt einen U-Wert von 0,25 , also gut wirschaftlich und technischer Stand , Auskühlzeit von ca. 240 Stunden , Schalldämmung von ca. 44 dB .
    Dieses Mauerwerk ist leichter , eben ein wärmedämmender Stein kann somit den Schall von Aussen schlechter zurückhalten … Eine schwerere , dichtere Mauerschale hält außerdem Strahlungen von außen besser ab als leichtere Schichten …

    V) Ein schmaleres , tragendes Mauerwerk mit einer gedämmten Klinkerfassade bringt gute Abschirmung gegen Schall ( ca. 57 dB ) und Kälte ( U -Wert von ca. 0,25 [ bei kostengünstigem Dämmaterial ]) , Auskühlzeit von ca. 400 Stunden ) ist anstrichfrei und werterhaltend , fordert geringere Kosten bei den laufenden Kosten …
    W) Sie sollten nach aktuellen technischem Stand das Material auswählen , was zu Ihnen und Ihrer Umgebung paßt , und an Instandhaltungskosten denken . Macht man einen guten Dachüberstand , hilft das jeder Fassade , lange kosten- und rissefrei zu bleiben …und … ihren Zweck , vor äußeren Einflüßen zu schützen , lange zu erfüllen .
    Abschließend :
    Natürlich ist jeder niedrigere U- Wert auch mit Geld erkauft ! Für die zukünftigen Kosten …
    Und : Der Bedarf an guter Ausführungsbegleitung steigt ! Ihr Architekt ist gefordert und auch angepaßt zu honorieren !
    mit freundlichen Grüßen Philipp Prinz 0228-664905

  4. #4
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    ENEV- bzw. Statik-Berechnung

    Hallo Phillip Prinz,vielen Dank zunächst für Ihre umfangreiche und sehr aufschlussreiche Antwort auf meine Frage. Zu Ihrer Antwort habe ich jetzt aber noch eine weitere Frage, und zwar zur ENEV- bzw. Statik-Berechnung. Wir haben den Eingabeplan für unser EFH über einen - bei einer Baufirma angestellten -Architekten erstellen lassen. Die Rechnung für die Planerstellung haben wir dann anschl. von der Baufirma bekommen und bezahlt. Mit der Planerstellung usw. waren wir auch sehr zufrieden und wir haben den Plan auch bereits bei der Gemeinde (in Bayern) zur Genehmigung im Dez. 2008 eingereicht.Allerdings hat uns dabei gestört, dass durch den Architekten bzw. die Baufirma im Rahmen der Eingabeplanerstellung die ENEV-Berechung und Statik nicht erstellt wurden. Wir dachten, dass diese beiden Berechungen Bestandteile des Eingabeplanes sind. Ist dies so üblich? Könnten Sie uns hierzu bitte die Rechtslage erläutern? Wir hatten mit dem Architekten/der Baufirma die Erstellung des kompletten Eingabeplans vereinbart. Außerdem würde uns hierzu noch interessieren, 1) ob die ENEV- und Statik-Berechnungen in Bayern bei Neubauten zwingend vorgeschrieben sind und2) wer diese Berechnungen anstelle des Architekten sonst noch erstellen kann (z. B. ENEV  Heizungbauer? bzw. Statik  Firma, die den Rohbau erstellt?) und welche Kosten hierfür für ein EFH mit 145 Wohnfläche zu veranschlagen sind?Vielen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen!Mit freundlichen GrüßenAstern

  5. #5
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    Statik und ENEV-Sachverständige , auch zur Überwachung

    Bitte schön , Familie Astern .
    Wie Sie erkennen , sind da einige Abwäägungen zu machen . Ich rate zum dünnen schweren Mauerwerk mit einer Dämmschale und Aussenklinker . Haben Sie ja gemerkt .
    Jetzt zu Ihren weiteren Fragen : Sie sind zu scheu , Ihren Planungsbetrieb direkt anzusprechen . Das sollten Sie nicht sein ! Die Baufirma hat richtig reagiert und abgerechnet . Sie haben ja keine Planung und Hauserstellung beauftragt . Man geht dort aber davon aus , daß Sie auch von dieser Baufirma ein Angebot abfragen werden , nicht nur von anderen Seiten und Firmen ! Bei der Planung können Sie davon ausgehen , daß diese sich an den bauamtlichen Vorgaben gehalten hat , wie Bebauungsplan , ortsüblich …. Etc .
    Zu ENEV und Statik : Diese wird üblicherweise erstellt , wenn man/ Architekt vom Bauamtsprüfer signalisiert bekommt , so kann gebaut werden . Haben Sie ein Haus aus der Reihe , geht das sehr schnell , sonst ist eben beides neu und individuell , eben angepaßt , zu berechnen . Sagt der Bauprüfer , da sind Änderungen zu machen , so sind ggf. neue Plansätze einzureichen . Wenn klar ist , „so kann genehmigt werden „ , wird die ENEV- und Statikberechnung vom Statiker erstellt . Materialienbestimmung nach Rücksprache mit Ihnen , dem Planer und dem Statiker . Statik und ENEV können von Bauunternehmen stammen , bzw. deren Bau-Sachverständigen .
    Die Bauüberwachung und Kontrolle ist jedoch besser , wenn Sie das althergebracht vergeben .
    Zur Rechtslage fragen Sie bitte Ihren Bauamtsprüfer .
    Weitergehende konkrete Fragen kann ich nur individuell beantworten . Ich bitte um Verständnis . Ph. Prinz _ Bonn , 12.01.2009

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