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Thema: Ungedämmt und kalt (Glasbausteine)

      
   
   
  1. #1
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    Ungedämmt und kalt (Glasbausteine)

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe ein recht großes Problem:
    ich wohne in einer Mietwohnung. Der größte Raum bestitzt ca. 5-6qm Galsbausteinflächen. Trotz mehrerer Heizkörper bekomme ich diesen Raum nicht vernünftig geheizt (ich mag an der Stelle auch gar nicht an die verpuffenden Energiekosten denken).

    Den Vermieter habe ich bereits auf die Kälte und Zugerscheinungen angesprochen. Daraufhin wurden die Fenster aus den 70er Jahren nachjustiert (das war bis dato noch nicht geschehen). Der Herr der Fensterfirma empfahl dem Vermieter dringend die Glasbausteine auszubauen und durch richtige Fenster zu ersetzen. Der Vermieter sieht dazu allerdings keine Notwendigkeit.

    Zwischen den Bausteinen bildet sich immer wieder Schimmel (schon ein paar Tage nach Einzug - ich schätze dieser war vorher schon da und wurde nur überstrichen). Ich mache diesen stets weg. Allerdings würde ich diese Glasbausteine gerne "dämmen". Der Kippstein ist bereits mit Silikon abgedichtet worden. Trotzdem schimmelt es insbesondere um diesen und direkt unter den Steinen am meisten. Das Wasser läuft ständig die Steine runter (sonst ist die Luftfeuchte lt. Messgerät gut) und es ist eben furchtbar kalt.

    Daher nun folgende Fragen:
    Ist es möglich die Steine von innen - von außen ist kein Herankommen - abzudichten (das Licht dieser benötige ich nicht, da weitere Fenster vorhanden)? Ich dachte hier an Styroporplatten. Was müsste ich beachten, damit es hinter der Abdichtung mit Styropor nicht schimmelt?

    Gibt es eine rechtliche Handhabe, nach der Glasbausteine heute gegen Fenster ausgetauscht werden müssen?

    Das Haus ist insgesamt (Außenwände) nicht gedämmt, die Fenster (Kunststoff) lassen lt. Fensterprofi viel Energie durch und sind zugig, der Hausflur ist nicht richtig abgedichtet, der Eingangsbereich der Wohnung besteht nur aus dünnen Platten und einer "Wohnungsinnentür".

    Für das Haus gibt es keinen Energieausweis. Der Vermieter ist der Meinung, ich hätte doch gesehen was ich miete und ist sauer, dass ich das Haus zu "kritisieren" wage, so dass ich mich kaum traue etwas zu sagen - um Konfrontation zu vermeiden. Es wäre schön, wenn mir hier jmd. helfen könnte...*hoff*

    Danke vorab.
    Elfe

  2. #2
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo Elfe,

    Heutzutage gehört ein Energiepass zu jeder Immobilie, damit der Mieter sehen kann wie es um den energetischen Stand bestellt ist.
    Wenn Sie allerdings schon länger in der Wohnung leben, dann können Sie sich leider nicht darauf berufen. Ein Energiepass muss seit Juli 2008 bei einer Neuvermietung oder einem Verkauf auf Verlangen vorgelegt werden.
    Die Argumente Ihres Vermieters sind haarsträubend, aber im Grunde bleibt Ihnen nur, sich eine neue Wohung zu suchen. Es gibt kaum eine rechtliche Handhabe bei Altverträgen.
    Bei Schimmel ist es allerdings anders, da er als gesundheitsschädlich gilt. Vieleicht können Sie hier ansetzen und durch eine Mietminderung Ihren Vermieter dazu bringen, zumindestens die Glassteinwand zu dämmen oder durch ein gut gedämmtes Glaselement zu ersetzen. Dann dürfen Sie aber nicht ständig den Schimmel beseitigen. Setzen Sie Ihren Vermieter unter Zugzwang, er wird Ihnen nicht gleich den Mietvertrag kündigen, denn eine Wohnung mit dem Energiestandard ist heute nicht mehr neu zu vermieten!
    Sie können natürlich auch selbst etwas tun. Setzen Sie, wie geplant, Polystyrolplatten (das ist Styropor) von innen gegen die Glassteinwand, ruhig etwas auf die Wände überlappend. Davor eine Gipsplatte (Gipskarton) oder ein Möbelstück (Regal ö.ä). Selbst wenn es bauphysikalisch nicht so ganz in Ordnung ist, ist es besser als keine Dämmung.
    Ihr Beitrag zeigt auf erschreckende Weise, dass nach wie vor viele Immobilienbesitzer überhaupt nicht daran interessiert sind, irgend etwas für den Klimaschutz zu tun.
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
    www.bauemotion.de/forum

  3. #3
    Neuer Benutzer
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    Hallo Bauprofi,

    vielen Dank für die rasche und schnelle Antwort.

    Ich bin erst nach Juli 2008 in die Wohnung eingezogen - genau genommen ist dies der zweite Winter der mir bevorsteht - ich denke, dann reicht es auch.
    Da mir die Wohnung über gute Bekannte empfohlen wurde, ein Makler involviert und der Vermieter mir gegenüber zunächst sehr freundlich war, habe ich nicht nach einem Energieausweis gefragt (mir wurde angeraten dies sein zu lassen, da man wisse, dass keiner vorhanden sei und der Vermieter pingelige Mieter nicht leiden könne).
    Das Haus sei allerdings via Anstrich gedämmt worden - was auch immer das heißen mag. Mit meiner ersten Äußerung, dass die Wohnung zugig sei, wurde auch das Verhältnis zwischen mir und dem Vermieter frostiger...Ärger möchte ich nicht, von daher habe ich bislang alles hingenommen was mir in der Wohnung so begegnete - auf eigene Kosten und Wohnqualität.

    Bzgl. der Anzeige des Schimmels habe ich Sorge, dass es am Ende noch heißt ich seie Verursacher.

    Glasbausteinlichtauslässe:
    Ich habe den Schimmel in den Fugen der Glasbausteine nun mit Ethanol aus der Apotheke besprüht, lasse das ganze trocknen, dann wird abgebürstet und abgesaugt.
    Heute wurde mir empfohlen die Fugen nach Beseitigung des Schimmels mit Isoliergrund zu streichen (Der Schimmel könne dann nicht wiederkommen). Würden Sie mir dies auch anraten?
    Die Styroporplatten habe ich bereits - allerdings sind diese mit ca. 1,5 -2 cm recht "dünn". Zwischen Glasbausteinen und weiterer Innenwand sind es ca. 20 cm (es ist praktisch so, als wäre mitten in der Wand ein Fenster, es gibt auch eine Fensterbank, nur sind statt eines normalen Fensters eben Glasbausteine eingearbeitet worden. Diese schließen also nicht direkt an die Wohnungsinnenwand an.) Sie haben empfohlen nach der Styroporplatte noch eine Gipsplatte zu setzen.
    Ich weiß nicht genau wie ich das Umsetzen soll, da zum einen der Fenstersims von Außenwand bis Glasbaustein ja ca. 20 cm tief ist (soll ich wirklich ca. 10 Platten da dran setzen?) und sich die Glasbausteine in einer Höhe von ca. 1,50m 1,70 m (OKF) befinden. D. h. ich kann die Platte nicht irgendwo aufstellen, sondern müsste diese in die Wand/Decke bohren!?
    Evtl. habe ich Sie da aber auch falsch verstanden oder sie haben eine bessere Idee, als ich Bauleie.

    Da der Vermieter nicht auf die Miete angewiesen ist und die Wohnung auch vor meinem Einzug einige Monate leer stand (lt. Aussage des Vermieters fand man keinen netten, solventen, deutschen Mieter) ... kann ich mir gut vorstellen, dass er versucht mich "loszuwerden", wenn ich für sein Empfinden "ungemütlich" werde. Allgemein (also nicht direkt auf mich bezogen) äußert er derartiges jedenfalls ("er müsse ja nicht vermieten", "es wäre vielleicht besser wenn man sich eine Wohnung sucht, die den eigenen Vorstellungen gerecht wird" usw.).

    Ich habe die letzten Nächte die wildesten Sachen geträumt und bin nun jedenfalls voll im "Wohnqualitätverbesserungsfieber". Jedenfalls möchte ich diesen Winter nicht noch einmal wie wild heizen und trotzdem ständig frieren.

    Haben Sie noch weitere Ideen eine Wohnung von innen abzudämmen?

    Ich habe mir überlegt in die Fensterrahmen der undichten, alten Fenster Klebeband mit so einer Art Polster zu kleben, damit der Spalt zwischen Gummidichtung und Rahmen geschlossen wird und der Wind da nicht mehr durchziehen kann.
    Zudem habe ich gelesen, dass es Klebefolien für Fensterscheiben gibt, die die Gläser dämmen?!

    Für die Wohnungseingangstür habe ich mir eine Schiene besorgt (intelligenterweise aber noch keine Säge um diese auch anzupassen) - mehr kann ich für den Eingangsbereich wahrscheinlich nicht machen.

    Für die Rolllädenkästen habe ich noch keine wirkliche Idee (diese sind im Vergleich zur umliegenden Wand sehr viel kälter und aus dem Schlitz der Rollladengurte oben strömt kühle Luft herein). In mehreren Räumen sind die Rollladenkästen mit mehr als 3 m Länge recht lang, so dass ich diese wenn mgl. auch noch dämmen möchte.
    Kann man evtl. auch hier Styroporplatten anbringen?

    Die Außenwände sind, wenn man daran fasst, auch kühler als die Innenwände. Ich habe versucht Schränke soweit möglich nur an Innenwände zu stellen. Wo dies nicht zu vermeiden war habe ich versucht möglichst weit von der Wand Abstand zu halten.
    Haben Sie auch hier einen Tip um diese am Auskühlen zu hindern?

    Ich hoffe ich überspanne den Bogen mit meiner Fragerei mit, aber das Thema lässt mir derzeit keine Ruhe.

  4. #4
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo Elfe,

    wollen Sie wirklich diese ganzen Arbeiten ausführen und das Geld investieren? Wenn Sie dann irgendwann doch ausziehen, ist dieses Geld verloren.
    Es kann nicht sein, dass ein Mieter seine ganze Wohnung umbauen muß, damit er sie im Winter warm bekommt.
    Trotzdem hier noch ein paar Hilfestellungen:
    Alle von Ihnen angesprochenen Arbeiten sind möglich, aber bauphysikalisch problematisch. Speziell die Innenwanddämmung und die Dämmung der Rollladenkästen sollten von einem Fachmann ausgeführt werden. Besser wäre auf jeden Fall eine Außenwanddämmung!
    Die Glassteine sollten Sie mit zwei Lagen ihrer Dämmung also 4 cm und die Laibung mit einer Lage dämmen. Am besten machen Sie es so, dass es im Frühjahr / Sommer wieder heraus genommen werden kann und lassen die Gipsplatte weg.
    Für Fenster gibt es Fensterfolien, die auf dem Rahmen mit doppelt klebendem Klebeband befestigt werden und dann durch Wärmeeinwirkung (Fön) gespannt werden. Das bringt tatsächlich einiges. Wenn es durch die Dichtungen zieht hilft Klebeband.
    Wohnlicher wird Ihre Wohnung dadurch nicht, aber sie kriegen sie vielleicht warm.
    Erkundigen Sie sich doch auch mal beim Mieterbund, was die Ihnen raten. Scheuen Sie sich nicht, ein paar Unanehmlichkeiten in Kauf zu nehmen. Ihre Rechte als Mieter sind sehr umfangreich!
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
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  5. #5
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    Hallo Herr Ehlers,

    Sie haben mir schon einmal sehr geholfen.
    Ich werde versuchen die einfachen Dinge erstmal umzusetzen (Tür-/Fensterdichtungen) via Klebebändern, Styropor vor den Glasbausteinen (was ist eine Laibung?), Zugstopper an der Wohnungstür und Fensterfolien (wissen Sie nach was ich da im Baumarkt fragen muss - nicht dass ich am Ende nur eine tönende Folie habe).

    Sicherlich habe ich Rechte und ich weiß ja auch, dass ich das Problem nicht verursacht habe - aber ich denke die einzig dauerhafte Lösung wird eine neue Wohnung sein. Wozu nun also wegen ein paar Monaten rumstreiten? Über den Winter wird der Vermieter sicherlich eh nichts veranlassen.
    Ich hoffe ich finde bald genug Zeit um mich auf dem Wohnungsmarkt umzusehen.

    Ich bin Ihnen jedenfalls sehr dankbar für die Hilfestellung die Sie hier geben ...
    Vielen Dank :-)

  6. #6
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo Elfe,

    ich darf Sie zitieren: "Zwischen Glasbausteinen und weiterer Innenwand sind es ca. 20 cm" das ist die Laibung.
    Leider kann ich Ihnen nicht genau sagen, wonach Sie im Baumarkt fragen sollen. Versuchen Sie es mit Fensterfolie.
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
    www.bauemotion.de/forum

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