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Thema: Solar-Infrarotheizung

      
   
   
  1. #1
    Neuer Benutzer
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    Solar-Infrarotheizung

    Wir möchten ein Haus kaufen (Eckdaten: Wiederaufbau eines Bauernhauses von 1950, auf einem Gewölbekeller von vor 1900, bisher beheizt mit Nachtspeicher und 2 Holzöfen, Warmwasseraufbereitung durch Durchlauferhitzer, Wohnfläche 200m²) und haben uns beim Heizungsmonteur nach einer Wärmepumpe erkundigt. Da aber bisher keinerlei Heizung vorhanden ist, riet uns der Monteur zu einer Infrarotheizung in Kombination mit einer Photovoltaikanlage. Ein Aufreißen der Fußböden wäre somit nicht notwendig. Da mein Mann ein Stromdeputat hat, wäre es für uns zudem unsinnig mit Gas oder Öl zu heizen.

    Nun meine Frage: Hat Jemand Erfahrungen in Sachen Infrarotheizung?

  2. #2
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo Sarendra,
    Bei dieser Ausgangslage sollten Sie schon genau überlegen, welche Lösung auch in ferner Zukunft Ihren Anforderungen entspricht.
    Gegenwärtig steht Ihnen Strom als Primärenergie günstig zur Verfügung - also ist die Variante mit Wärmepumpe nach meiner Auffassung schon eine Überlegung wert.
    Die Wärmepumpe ließe sich z.B. mit Hochleistungs-Konvektoren und/oder einer Wandheizung koppeln und dann kann auf das Aufstemmen der Fußböden verzichtet werden. Allerdings ist der Wohnkomfort mit einer Fußbodenheizung deutlich besser, zumal im Altbau fast immer "kalte Fußböden" durch unzureichende Dämmung vorliegen.

    Vor der konkreten Planung würde ich auf jeden Fall einen Fachmann um grobe Berechnung des erforderlichen Wärmebedarfes bitten.
    Außerdem wäre zu überlegen, ob Sie zukünftig ggf. eine Feuerstelle für Festbrennstoffe (Kamin, Pelletsofen, ...) ergänzen wollen.

    Die vorgeschlagene Variante "Infrarotheizung" meint sicher eine Ausstattung mit Elektro-Heizstrahlern. Bei der Gesamtwohnfläche von 200 m2 und ohne energetische Modernisierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle wird der Elektroenergiebedarf enorm sein. Heizstrahler geben den überwiegenden Anteil der Wärme durch direkte Strahlung ab. Deshalb werden diese hauptsächlich in Industriegebäuden, Werkstätten, etc. zur Teilflächenbeheizung eingesetzt.
    Als ausschließliche und kontinuierliche Heizung im Einfamilienhaus sind diese nach meiner Erfahrung ungeeignet.

    Gerade weil Sie eine besondere Situation vorliegen haben, ist es wichtig sich einen Fachmann ins Boot zu holen. Dieser kann Ihnen unterschiedliche Varianten ausarbeiten und zukünftige, geplante Veränderungen bereits berücksichtigen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
    www.bauemotion.de/forum

  3. #3
    Neuer Benutzer
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    Infrarotheizung

    Ich habe vergessen zu erwähnen, dass wir zudem mindestens einen Holzofen in Betrieb nehmen wollen um die Heiztechnik zu unterstützen, Kaminzüge stehen sogar zwei zur Verfügung.

    Der Heizungsfachmann verkauft auch Wärmepumpen, sagte uns aber dass die eher bei Niedrigenergiehäusern sinnvoll wäre. Die Wärmebedarfsberechnung hat er selbst durchgeführt und wir kommen auf Betriebskosten von 1800 Euro bei 160 Heiztagen im Jahr. Das Stromdeputat läuft zudem Lebenslang und soll langfristig durch eine Photovoltaikanlage unterstützt werden.

    Ich habe bei meinen eigenen Recherchen natürlich auch vorgefunden was Sie sagen: hauptsächlicher Einsatz in der Industrie. Aber kennen Sie auch den Forschungsbericht von der TU Kaiserslautern? (Gut zu finden über den Hersteller Knebel). Ich werde die Sache jedenfalls weiterverfolgen und mir mindestens ein Musterhaus vom Anbieter vorstellen lassen.

    Ich halte Sie gerne auf dem Laufenden.

    Mit freundlichen Grüßen, S.

  4. #4
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo Sarendra,
    das mit dem Holzofen ist besonders empfehlenswert, da sich damit Heizlastspitzen an kalten Winterabenden gut abfangen lassen.
    Ich habe mir die Seite von "Knebel" mal angeschaut, vieles ist gut nachvollziehbar. Trotzdem bleibt es eine reine Stromheizung, mit all ihren Nachteilen.
    Die Kombination mit Photovoltaik soll dem einen "grünen" Anstrich geben, aber mal ehrlich: Der überwiegende Teil der Wärmemenge muss an kalten Winterabenden erbracht werden. Da liefert die Photovoltaik keinen Strom.

    Das Forschungsprojekt der TU Kaiserslautern ist interessant und kommt zu einem überraschend deutlichen Ergebnis PRO Strahlungsheizung. Da aber Knebel der Auftraggeber war, sollte man die Ergebnisse mit Vorsicht bewerten.
    Ihre Idee sich eine ausgeführte Anlage anzusehen ist gut, versuchen Sie in Kontakt mit Bauherren zu kommen, die eine ausschließliche Strahlungsheizung bereits über einen längeren Zeitraum nutzen.

    Viel Erfolg bei Ihrem Projekt! Lassen Sie uns am weiteren Verlauf teilhaben.
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
    www.bauemotion.de/forum

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