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Thema: Haus Bj 1978 gekauft

      
   
   
  1. #1
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    Haus Bj 1978 gekauft

    Das von uns soeben gekaufte Haus Bj 1978, Fenster 1998, Dachdämmung 10 cm, Wanddämmung (zweischalige Bauweise 10 cm), hat eine Ölheizung und verbraucht für Heizung und Warmwasser (3 Personen) in den letzten Jahren auf 220m² Wohnfläche 3500l durchschnittlich.
    Wir würden die Heizung gerne umrüsten:
    Idee: Pellet-Heizung mit 1000l-Pufferspeicher und Heizungsunterstützung durch Solarmodule auf dem ideal ausgerichteten Dach (Süden, Neigung 45 Grad) und Kaminofen mit Wassertasche.
    Alternativ denke ich an die Sunmachine (Mikroblockheizkraftwerk für Pellets mit Stirlingmotor).
    Da hätten wir gerne die Meinung des Fachmannes.
    Ist der Schritt, Heizungsumrüstung richtig, oder ist Wärmedämmung wichtiger? Sind Pellets der Verwendung von Öl oder Flüssiggas vorzuziehen? Ist die Sunmachine ausgereift oder sollen wir die etwas konventionellere Lösung mit Pelletkessel, Puferspeicher und Solarkollektoren vorziehen?

  2. #2
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo dborrmann,
    also, das sind viele Fragen auf einmal! Generell ist eine solch komplexe Fragestellung eher was für den Fachmann vor Ort. Leider ist mein Redaktions-Kollege aus dem Bereich Haustechnik gerade im Urlaub. Ich werde ihm ihre „Idee“ noch einmal vorlegen und melde mich dann noch einmal.

    Zunächst jedoch Folgendes: Als Architekt würde ich immer zunächst die Bausubstanz hinsichtlich der Energieeffizienz untersuchen. Was nützt die modernste Heizungsanlage, wenn die Gebäudehülle die modern erzeugte Wärmeenergie wieder rauslässt? Sind die genannten 10 cm beim Wandaufbau die Dämmstoffdicke? Als Kerndämmung oder als von außen aufgebrachte Dämmplatte?
    Erst wenn man zu dem Schluss kommt, dass die vorhandene Dämmung ausreichend ist und eine höhere Energieeffizienz nur durch Einbau einer moderneren Heizungsanlage möglich ist, sollte man sich die Fragen nach den unterschiedlichen Modernisierungsvarianten stellen.
    Wie gesagt, später mehr.
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
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  3. #3
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    Danke

    für die Antwort. Ich halte das für sehr hilfreich und es deckt sich mit meinen Vorstellungen. Komplexe Fragestellungen müssen durch einen Fachmann begutachtet werden. Ich werde auf jeden Fall über den Verlauf berichten.

  4. #4
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo dborrmann,

    hier wie versprochen die Antwort meines Fachkollegen:

    Der Verbrauch der Ölheizung setzt sich aus den Anteilen für Warmwassererzeugung und Heizung zusammen. Sofern es sich um einen alten Ölheizkessel handelt, ist der Wirkungsgrad sicher nicht überragend, d.h. es treten hohe Wärmeverluste auf.

    Für eine Modernisierung bietet sich neben den von Ihnen beschriebenen Systemen auch ein Austausch des Heizkessels gegen ein modernes Brennwertgerät an. Dies wäre sicher die günstigste Lösung bezüglich der Investitionskosten und würde bereits zu einer beträchtlichen Brennstoffkosteneinsparung führen. Nicht vergessen sollten wir in diesem Zusammenhang auch die Wärmepumpe, bei ausreichend hoher Leistungzahl und niedrigen Systemtemperaturen sicher auch eine Alternative.

    Die Variante Pellet-Heizung in Kombination mit Solar und Einbindung eines Kaminofens ist sicher eine interessante Alternative. Allerdings ist die Einbindung und Regelung der drei unterschiedlichen Wärmeerzeuger sehr komplex und eine zufriedenstellende Funktion nur nach sorgfältiger Anlagenplanung erreichbar. Zudem dürfte sich trotz Einsparung bei den Brennstoffkosten solch eine Anlage kaum in den nächsten 20 Jahren amortisieren. Ob perspektivisch Pellets eine günstiger Brennstoff sein werden kann Ihnen heute niemand garantieren.
    Zum Mikroblockheizkraftwerk würde ich nur raten, wenn Sie eine hohe Betriebsstundenzahl im Jahr erreichen können. Beispielsweise durch Nutzung der erzeugten Wärme z.B. für eine Poolbeheizung. Bei geringer Nutzungszeit führen die Investitions- und Wartungskosten zu hohen absoluten Wärmekosten

    Fazit: In Abhängigkeit des derzeitigen Wärmeerzeugers (wirklich 30 Jahre alt?) würde ich bei begrenztem Budget diesen gegen ein modernes Brennwertgerät austauschen. Außerdem sollten sämtliche Verteilleitungen bezüglich der Dämmung inspiziert werden. Eine ggf. vorhandene Zirkulation wäre zu prüfen und zu optimieren. Weitere Einsparungen lassen sich durch eine zeitgemäße Regelung und Optimierung der Betriebstemperaturen sowie einen korrekter hydraulichen Abgleich erzielen.
    Mit den dann eingesparten Investitionskosten würde ich beginnen, die Dämmschwachstellen Ihres Hauses zu beseitigen. Welche das sind und wie viel dies im einzelnen kostet sollten Sie im Gespräch mit einem Fachmann ausloten.
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
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  5. #5
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    Herzlichen Dank

    Auch für diese Auskunft ganz herzlichen Dank. Es scheint dies ja eine sehr vernunftbetonte Lösung darzustellen. Ich denke ich werde genaus so verfahren.

  6. #6
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    Haus Baujahr 1978 mit 33er Wandaufbau

    Guten Tag Herr Ehlers,
    das Googeln hat mich auf diesen Beitrag gebracht.
    Auch unser Haus ist Bj. 1978 mit einer Innenwand von 17cm, 4cm Dämmung mit Perlit und 11,5cm Verblendung. Kann man bei diesen Abmessungen überhaupt von einer Dämmung sprechen?
    Nun steht ein Austausch der Öl-Heizung (1988) gegen einen Gas-Brennwertkessel an. Das Paket umfasst Pufferspeicher und Solaranlage zur Heizungsunterstützung. Wir haben bisher max. 1500l per anno verbraucht bei 100m2 WF mit 2 kleinen Kindern. Bis auf zwei wurden sämtliche Fenster durch neue ersetzt. Stb-Decke mit Dämmung von damals.
    Wäre es sinnvoller erst bei der Fassadendämmung anzusetzen, wobei die Frage ist, ob die Perlitdämmung und der Klinker einfach so übergangen werden können. Oder ist von außen keine Energieeinsparung mehr zu holen? Ist das große Heizungs-Paket eine gute Lösung? Amortisation bei steigendem Energiebedarf und steigenden Kosten in ca. 15 Jahren.
    Dach hat eine Neigung von 28 Grad, Solaranlage nach Süd-Osten, sollten die Flachkollektoren aufgeständert werden?
    (Was gäbe ich darum, diese Entscheidungen nicht treffen zu müssen....)
    Mit freundlichen Grüßen, E. Wolthaus

  7. #7
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    Folgende Investments....

    haben wir gemacht.
    Ein energiesachverständiger Architekt hat mit uns den Bestand geprüft und dann mit uns folgendes Paket erarbeitet:
    Dachisolierung auf 20 cm erweitert, Dach neu eingedeckt, Gauben neu isoliert, Dachfenster komplett erneuert auf hochwärmedämmende Thermopanefenster. Einbau einer neuen Heizung Solvis-Ölmax (Brennwerttherme mit multvalentem 1000l-Speicher) mit Holzscheitofen im Wohnzimmer (Moritz) mit Wassertasche und Anschluß an die Heizung sowie einer ca. 16qm großen Solvis-Thermosolaranlage. Überschußwärme der großzügig dimensionierten Thermosolaranlage geht in den 8x4m großen Außenpool.
    Ergebnis nach ca. 10 Monaten:
    Reduktion Ölverbrauch von 3500 auf 2000 l bei deutlich wärmerem Haus. Heizkostenreduktion armotisiert das Investment bei aktuellen Heizölpreisen in den nächsten 20 Jahren, bei weiter steigenden Preisen eher. Wunderbarer Nebeneffekt, sozusagen kostenfrei, ein beizter Pool im Garten, was im letzten Sommer bereits die absolute Wonne war.
    Das schöne am Solvis-Ölmax. Der Einschub-Brenner kann jederzeit ausgetauscht werden gegen eine Wärmepumpe, gegen einen Pelletbrenner, gegen einen Gasbrenner usw. Wir warten nun auf die Entwicklung eines Solvis Kleinkraftwerkbrennereinschubes. Das wäre dann perfekt.
    Noch etwas. Die Kosten für den Architekten von ca. 8% des Gesamtpaketes lohnen sich. Ohne Architekten hätten wir sicher Probleme bei diesem doch komplexen Modernisierungsprojekt gehabt.

  8. #8
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo Ewolt,

    der Wandaufbau Ihres Hauses entspricht dem Standard seiner Zeit und ist nicht so schlecht. Es sollte allerdings überprüft werden, ob die Dämmung auch noch überall präsent ist. Manche Schüttungen aus Perlite haben sich über die Jahre gesetzt und hinterlassen im Traufbereich einen Hohlraum. Das kann mit Hilfe einer Wärmebildkamera festgestellt werden. Wenn die Außenwand in Ordnung ist, sollten Sie noch die Dämmung der Decke zum Dachgeschoss untersuchen. Hier sollte eine Dämmung von mindestens 200 mm Dicke vorgesehen werden. Mehr würde ich an Dämmmaßnahmen erst einmal nicht vorsehen.
    Der Austausch der Heizungsanlage ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung, wobei hier auf eine genaue Berechnung und den hydraulischen Abgleich geachtet werden muß.
    Die Dachneigung ist ok, da keine direkte Südausrichtung vorhanden ist. In diesem Fall wird eine Neigung von 25 - 40 Grad empfohlen. Lassen Sie sich ausführlich über die Solarmodule beraten. Evtl. empfiehlt sich eine großzügige Dimensionierung, um nicht nur die Warmwasserversorgung, sondern auch die Heizung verstärkt über die Module zu fahren.
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
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  9. #9
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo dborrmann,

    es freut mich, dass die durchgeführten Maßnahmen Ihren Erwartungen entsprechen.
    Ich danke Ihnen ganz besonders für den kurzen Bericht, da er anderen Nutzern dieses Forums bei der Entscheidungsfindung für ihre energetische Sanierung helfen kann.
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
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