+ Antworten
Seite 1 von 2 1 2 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 11

Thema: Belüftung von Wohnräumen

      
   
   
  1. #1
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    06.01.2011
    Beiträge
    8

    Belüftung von Wohnräumen

    Hallo, wir bauen aktuell eine massiv DHH nach der EnEv2009, voll unterkellert, Fußbodenheizung, 3-fach Verglasung und rel. offene Bauweise innnen.
    Unser Architekt hat uns den Rat zu einer Art "Zwangsbelüftung" gegeben, zwecks bauphysikalischer Problematik bei nicht ausreichender Lüftung....(Schimmel)
    Optionen:
    1) kontrollierte Wohnraumbe- und -entlüftung - zu teuer!
    2) Fenster mit luftdurchlässigem Rahmen - geht zu Lasten des Materials u ist optisch nicht schön
    3) Kernbohrung in den Wohn- u Schlafräumen und Einsatz einer Membrane u elektrischer Absaugung.

    Frage:
    Ist Option 3) sinnvoll und ratsam. Uns kam schon zu Ohren, dass manche die Löcher wieder zugemacht haben, da Zug. Mit welchen Kosten muss man ca. rechnen?

    Danke

  2. #2
    Moderator Avatar von Bauprofi
    Registriert seit
    01.08.2008
    Beiträge
    895
    Hallo bauhaustom,
    Bei der kontrollierten Wohnungslüftung gibt es unterschiedliche Varianten:
    - Zentrale Be- und Entlüftung. Hier wird die Abluft in den Sanitär- und Küchenräumen abgesaugt und in Wohn- und Schlafräumen vorgewärmte Frischluft eingebracht. Die Investitionskosten sind relativ hoch, allerdings bietet diese Variante den größten Komfort und ermöglicht eine Wärmerückgewinnung.

    - Zentrales Abluftgerät, dezentrale Zuluft über Außenluftdurchlässe: Das ist sicher die Variante, die sie beschreiben. Nachteilig ist hier die mangelnde Wärmerückgewinnung und die Komforteinbußen im Bereich der Außenluftdurchlässe.

    - Dezentrale Zu-/Abluftgeräte mit Wärmerückgewinnung: Wird bei einzelnen Räumen an der Außenwand angeordnet, benötigt kein Kanalnetz und ist kostengünstig zu realisieren. Hier kann insbesondere raumweise Einfluss auf den Lüftungsbetrieb genommen werden.

    Welches Konzept das richtige für Ihr konkretes Vorhaben ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie benötigter Außenluftvolumenstrom, gewünschter Komfort, gewünschte Energieeffizienz, Investitionskosten, bauliche Randbedingungen, usw.

    Vielleicht reicht es in Ihrem Fall einer offenen Bauweise auch die Abluft in Küche über die Dunstabzugshaube und im Bad über einen feuchtegesteuerten Wandlüfter nach draußen zu bringen und in allen anderen Räumen durch regelmäßiges manuelles Lüften für den erforderlichen Luftaustausch zu sorgen.

    DIN 1946-6 beschäftigt sich ausführlich mit diesem Thema und beschreibt die Erstellung eines Lüftungskonzeptes. Darauf sollten Sie Ihren Architekten ansprechen und die Details klären.
    Eine Aussage zu den Kosten kann und möchte ich ich nicht treffen, da hierzu konkrete Angaben fehlen und wir keine Kalkulation von Bauleistungen durchführen.
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
    www.bauemotion.de/forum

  3. #3
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    17.02.2012
    Ort
    Krefeld
    Beiträge
    5
    Hallo Bauhaustom,

    ich rate in jedem Falle zu einer kontrollierten Frischluftversorgung. Zwangsbelüftung gibt es genauso wenig wie es eine Zwangsheizung gibt. Ich will warm und ich will frisch.
    Es geht um sichere Gebäude und es geht um Komfort. Bei letzterem kann ich vieleicht Kompromisse machen. Wenn es aber darum geht Bauschäden zu vermeiden und gesund wohnen zu können, sollte man keine Kompromisse eingehen.
    Vom Preis- Leistungsverzeichnis her betrachtet halte ich sogenannte dezentrale Lüftungsgeräte mit regenerativem Wärmetauscher wie z.B. ebm - hs1 oder KeraLu 60 für sinnvoll.

    Bei den geforderten Dichtigkeiten unserer Gebäude entspricht die kontrollierte Wohnraumlüftungen den anerkannten Regeln der Technik.

  4. #4
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    06.01.2011
    Beiträge
    8
    Hallo eukon, danke für den Ratschlag. Wie viele solcher dezentralen Lüftungsgeräte sollte man einbauen? Einer reicht ja sicherlich nicht.
    Auch gut fand ich den Vorschlag von Bauprofi, s.o. die Abluft in Küche über die Dunstabzugshaube und im Bad über einen feuchtegesteuerten Wandlüfter nach draußen zu bringen....

  5. #5
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    06.01.2011
    Beiträge
    8
    Hallo Bauprofi, danke für den Tipp. Die Abluft in Küche über die Dunstabzugshaube und im Bad über einen feuchtegesteuerten Wandlüfter nach draußen zu bringen finde ich eine gute Idee. Würde dann die Dunstabzugshaube permanent in Betrieb sein? Kann dies über jede gängige Dunstabzugshaube realisiert werden? Wie schaut es mit der Geräuschentwicklung dafür aus?

  6. #6
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    17.02.2012
    Ort
    Krefeld
    Beiträge
    5
    Hallo bauhaustom,
    eine permanente Abluft über die Dunstabzugshaube halte ich für keine so gut Idee. Der Lüfter in der Dunstabzugshaube hat eine viel zu große Luftleistung und ist zum in aller Regel viel zu laut. Lieber zusätzlich einen kleinen feuchte gesteuerten Abluftventilator z.B. (Abluftventilator Icon 15).

    Bezüglich der Auslegung der dezentralen Lüfter gilt für den ebm hs1:

    Auslegungsbeispiele:
    Wohnfläche Lüfter Steuerungen
    36 m² 2 1
    72 m² 4 1
    118 m² 6 1
    154 m² 8 2
    zusätzlich wird je Wohnung / Zone 1 Bedienteil benötigt
    Dipl.- Ing. Jörg Linnig
    www.eukon.de

  7. #7
    Moderator Avatar von Bauprofi
    Registriert seit
    01.08.2008
    Beiträge
    895
    Hallo bauhaustom,

    die Hinweise von eukon sind richtig. Mein Ratschlag sollte aber nicht so verstanden werden, ständig über die Dunstabzugshaube zu entlüften. Das soll selbstverständlich nur beim Kochen geschehen!
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
    www.bauemotion.de/forum

  8. #8
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    12.06.2009
    Ort
    Weiterstadt
    Beiträge
    2
    Hallo zusammen,

    wenn ich mich an der Stelle mal einklinken und auch eine Frage stellen darf?
    Zur Info: Wir wohnen jetzt ca. 1 Jahr im neuen Haus, das von den Eckdaten her quasi identisch zu dem des ursprünglichen Posters ist, jedoch keine automatische Be/Entlüftung hat. Nun bin ich beim Lüftungsthema sehr sensibilisiert und sorge mind. 1x, eher 2x am Tag für einen kompletten Luftwechsel, was hier (wohl gerade durch die Bauweise) auch prima funktionert. Ein Bürofenster im Souterrain sowie ein Fenster im Elternbad im Dachgeschoss ganz öffnen und es zieht dermaßen durchs Haus, dass einem die Hosenbeine flattern... Kurz die Kinderzimmer + Kinderbad mit offenen Fenstern dazu nehmen und keine 10 min. später ist es gut, was man gerade jetzt bei den Außentemperaturen durch die abgestürzte Temperatur in allen Räumen merkt. Alle Fenster schließen und kurz danach ist es wieder überall warm. Ich denke so soll es sein?

    Was mich jetzt interessiert sind zwei Dinge:
    1. Verbaut man eine automatische Lüftung nur zum Konfortgewinn, dass man sich diese manuelle Lüfterei sparen kann oder hat es noch andere Gründe?
    2. Laut (höherwertigem) Hygrometer haben wir aktuell rund 40% Luftfeuchte und in den Bädern knapp über 50%. Ist das okay oder gibt es auch "zu trockene" Luft, die man vermeiden sollte?

    Vielen Dank für eine kurze Aufklärung!

  9. #9
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    24.02.2012
    Beiträge
    1
    Hallo,
    was die Leute hier für einen Unsinn verzappen ist sagenhaft. Ich baue eine Hütte gedämmt bis zum Abwinken und rechne wahrscheinlich bis zum Komma was sie Alles sparen. Und um dann das ganze Dämmkonzept mit schwachsinnigen Aktionen, wie Dunstabzugshauben laufen lassen, Löcher in Fensterrahmen usw. wieder zu zerstören. Warum nicht ein Fenster mit einem Stein einwerfen.....
    Aber Spaß beseite, in jedes Haus gehört ein zentrales Zu-/Abluftgerät mit Wärmerückgewinnung. Ich will ja nicht nur rauspusten, sondern mit dieser warmen Luft auch meine (kalte) Frischluft wieder anwärmen. Nur so macht es Sinn und spare Geld.
    Und wer das toppen will kann seine Frischluft über einen Erdwärmetauscher nochmals im Winter paar Grad rauf und im Sommer paar Grad runter drücken.
    Ich habe vor 4 Jahren genauso gebaut und der Lohn ist ein Superklima im Gebäude. Für die wachsende Zahl an Allergikern kann man auch ein Pollenfilter nachrüsten.
    Für mehr Info: Home - eht Siegmund GmbH (Ich bin verwandt oder verschwägert mit Herrn Siegmund) Nur der Mann hat Ahnung und hält den Ball flach!!

  10. #10
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    12.06.2009
    Ort
    Weiterstadt
    Beiträge
    2
    Zitat Zitat von Pewete48 Beitrag anzeigen
    [...] in jedes Haus gehört ein zentrales Zu-/Abluftgerät mit Wärmerückgewinnung. Ich will ja nicht nur rauspusten, sondern mit dieser warmen Luft auch meine (kalte) Frischluft wieder anwärmen. Nur so macht es Sinn und spare Geld.
    Die Frage ist allerdings, wie viel die ganze Lüftungstechnik kostet (Anschaffung, Wartung, Reparaturen, Verbrauchsmaterialien wie Filter etc.), mit der ich eigentlich Geld sparen will...
    Es ist natürlich deutlich komfortabler als die gute alte Handlüftung, klar, und bringt vielleicht tatsächlich ein noch besseres Wohnklima. Mag auch sein, dass es in Passivhäusern gar nicht anders geht, um das Konzept zu erhalten. Das alles sind in meinen Augen die wahren Pro-Argumente. Aber ob es sich unterm Strich wirklich finanziell rechnet, womit immer gerne geworben wird? Da habe ich doch allergrößte Zweifel.

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein