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Thema: Verglasung Fachwerk

      
   
   
  1. #1
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    Verglasung Fachwerk

    Hallo liebe Profis,

    wir haben ein altes Fachwerkhaus und über die Jahre schon viel daran gemacht. Die alten Fenster wurden absichtlich nicht erneuert, sondern nur neu gestrichen, da es nichts schöneres gibt, als die alten Glasscheiben die nun mehr als 100 Jahre alt sind.

    Im Schlafzimmer haben wir im Giebelbereich zwischen dem Fachwerk Glasscheiben eingesetzt. Da es leider dazu kam, dass an den Balken Nässe auftrat innen nach dem es ein paar mal geregnet hatte, würde mich nun mal interessieren wie genau man das Verglasen von Fachwerk richtig macht. Wir stellten fest, dass einige Silikonfugen gerissen waren ( ich war beim ersten mal stolz darauf sie so schlank hingekommen zu haben, dass war wohl aber ein fataler Fehler) und haben die dann noch mal erneuert. Jetzt überlegen wir noch, ob wir ein schmales Glasdach über die Wand setzen, da es die Wetterseite ist. Zur Zeit ist es zwar dicht, aber ich denke über die Jahre wird ev. das Silikon spröde und ein zusätzlicher Schutz auch gegen zu starken Verschmutzung durch den Regen ist sicher nicht schlecht.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn ein Fachmann hier mal genau beschrieben würde, was bei Verglasung von Fachwerk zu beachten ist - vielleicht haben wir ja noch mehr Fehler, als nur die zu dünnen Silikonfugen, gemacht und könnten diese dann noch beseitigen.


    Bereits jetzt herzlichen Dank !
    Geändert von feldrein (07.11.2011 um 09:02 Uhr)

  2. #2
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo Feldrein,

    die Verglasung von Gefachen ist mit Silkonfugen nicht hinzubekommen. Die Fugen werden immer wieder reißen, da das Holz stark arbeitet. Außerdem kann unter die Silkonfugen eingezogene Feuchtigkeit nicht austrocknen.
    Die Scheiben müssen rundum etwa 10 mm Luft haben und mit elastischem Material (z.B. Korkstreifen) unterlegt werden. Dann werden sie mit Holzleisten eingefasst. Am besten werden zwischen Holzleisten und Glas Kompri-Streifen eingesetzt, die für einen luftdichten Abschluß sorgen. Ein Problempunkt ist der untere Abschluß. Bei Fenstern sorgt hier eine Fensterbank für die Ableitung der Feuchtigkeit.
    Sie sollten die Verglasung an die Außenkante der Balken setzen und dann mit eine abgeschrägten Leiste, die evtl. mit einer Tropfkante ausgestattet ist und etwas über den Balken übersteht, arbeiten. Zum Glas wird die untere Fuge, und nur die, dauerelastisch versiegelt.
    Diese Lösung ist entwickelt, ich habe sie noch nicht in der Praxis gesehen oder ausgeführt. Ich habe auch keine Hinweise dazu gefunden, denke aber, dass es so klappen wird.
    Dieter Ehlers
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  3. #3
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    Danke Herr Ehler, da haben wir ja doch fast alles richtig gemacht. Kompri-Streifen sind eingearbeitet, die Verglasung wurde auch an die Außenkante gesetzt und vor die Thermoverglasung haben wir auch Leisten gesetzt. Die Silikonfugen haben wir dann erst an die Leisten zwischen Leiste und Glasscheibe angebracht. Allerdings haben wir alle Fugen mit einer Silikonkante versehen und die Leisten auch nicht leicht überstehend, sondern bündig mit den Balken angebracht.

    Sie schreiben, dass nur die untere Fuge dauerelastisch versiegelt werden soll. Denken Sie, dass es schädlich sein könnte, dass wir alle Fugen mit einer Silikonfuge versehen haben und wenn ja warum ? Sollten wir die Versiegelung von den anderen Fugen wieder abmachen ? Wie gesagt, momentan ist alles dicht, aber vielleicht kann ja Feuchte durch die komplette Versiegelung aller vier Fugen einer Glasscheibe nicht austreten und es kommt dadurch später wiedermal zu Nässespuren innen.
    Geändert von feldrein (07.11.2011 um 18:58 Uhr)

  4. #4
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo Feldrein,

    Sie haben Recht. Die Feuchtigkeit, die sich an der umlaufenden Fuge bildet, kann nicht mehr raus, wenn nach Außen rundum alles dicht ist. Das ist gerade bei Holz nicht gut. Es ist aber nicht leicht, die Versiegelung wieder zu entfernen. Lassen Sie sie drauf und beobachten die Fuge bei sehr niedrigen Temperaturen. Wenn sich durch die Kältebrücke Feuchtigkeit bildet, sollten Sie durch geeignete Massnahmen, dafür sorgen, dass diese Stellen möglichst schnell wieder trocken werden.
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
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  5. #5
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    Herzlichen Dank für die nochmalige Antwort, schön, dass es Leute wie Sie gibt, die hier ihr Wissen anderen zur Verfügung stellen. Wir hoffen nun da wir den Raum nicht heizen, dass es gar nicht zu einer Kältebrücke kommt und sich innen also keine Feuchtigkeit bildet.

  6. #6
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo feldrein,

    das ist leider ein Trugschluß. Wenn Sie den Raum nicht heizen, kann die Raumluft auch nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen. Darum wird sich evtl. doch Feuchtigkeit in den Fugen bilden. Wenn sich innnen Feuchtigkeit an den Scheiben niederschlägt, ist das der Fall.
    Dieter Ehlers
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  7. #7
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    Ja, das weiß ich, dass kalte Luft wenig Feuchtigkeit aufnehmen kann. Ich hab mich vielleicht etwas ungenau ausgedrückt. Wir heizen den Raum nicht nur nicht, sondern benutzen ihn im Winter gar nicht. Deswegen kann eigentlich auch keine Feuchtigkeit in den Raum kommen, so dass sich diese auch nicht an den Scheiben niederschlagen kann - denk ich mal. Oder übersehe ich da wieder etwas ?
    Geändert von feldrein (10.11.2011 um 21:32 Uhr)

  8. #8
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Auch wenn Sie den Raum gar nicht nutzen, müssen Sie für eine regelmäßige Lüftung sorgen.
    Dieter Ehlers
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  9. #9
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    Herzlichen Dank für den Hinweis. Meinen Sie, es reicht aus, wenn wir die Tür offenlassen zu einem kalten Flur ?

  10. #10
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Nein, es muß schon Luft von Außen sein, die noch nicht mit der Feuchtigkeit aus dem Gebäudeinneren gesättigt ist!
    Dieter Ehlers
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