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Thema: Wie dämme ich Zwischendecke sicher?

      
   
   
  1. #1
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    Wie dämme ich Zwischendecke sicher?

    Hallo,

    ich habe folgendes Problem bei der Dämmung einer Zwischenbodenholzdecke (Erdgeschoss und 1. Stock):

    Aufgabe: Beseitigen von Knarzen beim Laufen auf dem Boden, möglicher Mausbefall und Isolierung. Also drei Probleme lösen.

    Bisheriger Aufbau der Zwischenbodendecke (von oben nach unten)

    -Sperrholzplatten
    -Dielenbretter
    -14er Balken (Zwischensparrenisolierung, weiß ich derzeit noch nicht, da noch vermietet)
    -Sauerkrautplatte
    -Putz

    Ich möchte nun den Boden (1.Stock) aufnehmen und neu aufbereiten, dabei reinigen (Mäuse und Dreck) und gleichzeitig isolieren. Erdgeschoss und 1. Stock sind ausgebaut und beheizt. Holzverkleidung im ersten Stock wird entfernt, neu isoliert (DAch wurde neu eingedeckt und aufgedoppelt) und anschließend mit Dampfbremse und Gipskarton innen verkleidet.

    Fragen:

    1. Wie gehe ich im Deckenaufbau des Zwischenbodens hier vor?
    2. Was nehme ich am besten für Isolierungsmaterial?
    3. Wie schütze ich die Fläche vor erneutem Mausbefall (falls wirklich vorhanden)?
    4. Brauche ich eine Dampfsperre oder Dampfbremse oder keines von beiden?
    5. Wie verhindere ich das Knarzen beim Laufen?

    Mein Vorschlag:

    Steinwolle (14 cm) für Zwischenbalkendämmung
    OSB-Platte (16 mm) mit Balken verschraubt
    Trittschalldämmung
    Laminat

    Ist das okay, oder habt ihr Verbesserungsvorschläge?

    Mfg
    mmmaier

  2. #2
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo mmmaier,

    scheint ja eine Totalrenovierung zu werden.
    Bei der beschriebenen Decke kommt es jetzt auf die Trittschalldämmung an. Nur die ist wichtig. Da oben und unten geheizt wird, benötigen Sie keine Dampfsperre- oder bremse.
    Als Schalldämmung kommt nur Mineralwolle in Frage, die Sie auf die Einschübe, die Sie wahrscheinlich vorfinden, wenn die Decke von oben geöffnet wird, legen. Dicke je nach vorhandener Höhe.
    Diese Einschübe sind mit Sand oder Schlacke gefüllte Kisten, die zwischen den Deckenbalken eingebaut wurden um für Masse zu sorgen. Masse bringt Schallschutz.
    Auf die Deckenbalken kommen dann Streifen aus Filz und darauf werden entweder die alten Bohlen, wenn sie noch brauchbar sind, oder USB-Platten o.ä. verschraubt. Darauf eine Trittschalldämmbahn und der endgültige Bodenbelag. Dann haben Sie sehr viel für Ihre Ruhe getan.
    Denken Sie dabei aber auch bitte daran, sich die Balken genau anzusehen.
    Bei Bedenken, die Statik betreffend, schalten Sie bitte einen Statiker ein, der übrigens auch die Bauphysik Ihres Dielenbodens rechnerisch nachweisen kann.
    Und übrigens: Die Mäuse werden sich bei den ganzen Aktivitäten sowieso verziehen und sich eine andere Bleibe suchen.
    Dieter Ehlers
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  3. #3
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    Rückfrage zu Filzstreifen

    Hallo,

    vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich hätte noch ein paar Frage zu den Filzstreifen. Wie dick müssen die sein? Woher bekommt man die? Und gefährden diese Streifen nicht die Festigkeit der Verbindung zwischen Platten und Balken?

    Mfg
    mmmaier

  4. #4
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo mmmaier,

    Filzstreifen bekommen Sie in jedem Baustofffachhandel. Wenn Sie den Verwendunsgzweck angeben, bekommen Sie die richtige Dicke (3 - 5 mm). Die Festigkeit der Verbindung wird nicht gefährdet. Sie können die Filzstreifen aber auch weglassen, es ist eine zusätzliche Maßnahme.
    Dieter Ehlers
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  5. #5
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    Rückfrage zu Bodenbelag

    Hallo Herr Ehlers,

    ich hätte noch ein paar kurze Rückfragen zu dem geplanten Bodenbelag auf der Balkenlage:

    1. OSB oder Rauhspund (Nut/Feder) - was ist besser/gesünder/billiger? Oder was anderes? Bei OSB habe ich Bedenken hinsichtlich der Diffusionsoffenheit.

    2. Welche Dicke ist ratsam bei OSB und Rauhspund?

    3. Müssen OSB oder Rauhspund auf Balken verschraubt auch geleimt werden?

    4. Platten oder Rauhspund vorbohren, bevor verschraubt?

    5. Wieviel Abstand zum Rand/Hauswand lassen?

    Vielen Dank

    mmmaier

  6. #6
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Welche von beiden Lösungen gesünder ist, dazu kann ich Ihnen keine Empfehlung geben. Beides hat Vor- und Nachteile. Hier ein Bericht zu OSB-Platten von ÖKO-Test.

    OSB-Platten sind dampfdichter als Rauhspund. Man könnte sie als Dampfbremse einstufen. Das spielt aber nach meiner Einschätzung in Ihrem Fall keine Rolle, da der 1. Stock beheizt ist.

    22mm OSB-Platten dürften für Ihre Zwecke ausreichen, Abstand der Lagerhölzer (Balken) maximal 55 bis 60cm
    Alternative: Rauhspund 24 mm, fest verschraubt oder genagelt.
    OSB-Platten schraubt man üblicherweise auf die Dachbalken und verleimt sie zur Sicherheit zusätzlich in Nut- und Feder. Auch die schwimmende Verlegung am Boden ist möglich. Dabei werden die OSB-Platten nur in Nut- und Feder verleimt. Für die Verlegung sind in jedem Fall die Verlegerichtlinien des Plattenherstellers zu beachten.
    Den Rauhspund bzw. die Platten in jedem Fall vorbohren, den Untergrund (Balken) jedoch nicht.
    Abstand zur Wand ca. 1 cm.
    Dieter Ehlers
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  7. #7
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    Nachfrage zu Rauhspund

    Hallo Herr Ehlers,

    vielen Dank für die sehr detaillierte Antwort. Ich habe noch eine kurze Nachfrage zu Rauspund. Sie sagten bereits, dass er weniger dampfdichter wäre als OSB. Um nun eine Entscheidung zwischen OSB und Rauhspund treffen zu können, würden mich noch die Vor- und Nachteile von Rauhspund interessieren. Könnten Sie dazu etwas sagen? Eignet sich Rauhspund (21mm) als Unterlage für Laminat?

    Und bei OSB (Nut/Feder) habe ich noch ein gedankliches Problem mit der Verlegung. Wie löst man eigentlich das Problem, wenn eine Nut/Federkante zwischen den Balken zu liegen kommt?

    Mfg
    mmmaier

  8. #8
    Moderator Avatar von Bauprofi
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    Hallo mmmaier,
    Rauhspund ist ein natürliches Material, also im Prinzip das geschnittene Holz ohne Kleber oder andere Zusatzstoffe. OSB-Platten enthalten diesen Kleber (deutlich weniger, als z.B. Spanplatten, aber immerhin...). Die Testergebnisse hatte ich Ihnen ja geschickt. Rauhspund ist im verlegten Zustand etwas unebener, was aber auch keine Rolle spielt, wenn Sie Laminat verlegen wollen.
    Dabei sollten Sie auf jeden Fall eine Trittschallunterlage verwenden (z.B. Rollenkork, Gummigrunaltbahnen oder PE-Schaumbahnen).
    Zur Dicke: das hängt stark vom Balkenabstand ab. Die von Ihnen angegeben Dicke dürfte im Normalfall aber ausreichen. Die von mir erwähnte Dicke bezieht sich auf den Rohzustand: Am deutlichsten wird die Original-Brett-Dimension beispielsweise bei der Produktbeschreibung (Gelo Holzwerke): "Deutscher Rauhspund aus 24/140". Eindeutig definiert ist hier das Ausgangsmaß des Rohbrettes, 24mm dick und 140mm breit. Der fertige Rauhspund wird bei frischer Verwendung eine Dicke von ca. 21mm, ein Federmaß von ca. 136mm und eine Deckfläche von maximal 130mm aufweisen.

    Zur Nut/Feder-Stelle zwischen den Balken: Das macht gar nichts, wenn Sie die empfohlene Plattendicke verwenden, weil Sie ja die Verbindung verleimen und die Platten quer zur Balkenlage verlegen. Wenn Sie wegen der Balkenabstände dennoch Bedenken haben (möglicherweise wippende OSB-Platten) könnte eine Lage zuvor verlegter Spanplatten Abhilfe schaffen.
    Dieter Ehlers
    Dipl.-Ingenieur, Architekt
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