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Farbe ist nicht gleich Farbe: Vor dem Kauf sollte man sich über Eigenschaften und Inhaltsstoffe genau informieren. (Foto: Alpina)

Das ABC der Wandfarben

Was sind Dispersionsfarben? Woraus besteht Kaseinfarbe? Und wofür braucht man Konservierungsstoffe? Das Farb-Lexikon erklärt die wichtigsten Begriffe.
Abtönfarbe
Abtönfarbe ist normale Wandfarbe mit einem sehr hohen Pigmentanteil.
Allergikerfreundliche Farbe
Entscheidend für Allergiker ist die Volldeklaration der Inhaltsstoffe auf der Verpackung, denn letztlich ist jede Allergie individuell und kann von einzelnen Komponenten der Farbe abhängen. Auf jeden Fall sollte die Farbe frei von Konservierungsstoffen und Lösungsmitteln sein. Günstig ist ein hoher pH-Wert, wie ihn Kalk- oder Silikatfarbe haben, da durch diese hohe Alkalität Schimmelsporen und Bakterien abgetötet werden.
Bindemittel
Bindemittel haben die Aufgabe, einen Anstrich auf dem Untergrund zu verankern und die Pigmentteilchen miteinander zu verbinden. Vom Bindemittel hängen einige wesentliche Eigenschaften wie Wetterbeständigkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit, Haftfestigkeit, Beständigkeit gegen mechanische Einwirkungen und Chemikalienbeständigkeit ab. Wichtig: Organische Bindemittel sind schimmelanfällig, synthetische Bindemittel dagegen nicht unbedingt für Allergiker geeignet.
Zoombild
Mit Dispersionsfarbe lassen sich Wände kreativ gestalten. (Foto: Alpina)
Dispersionsfarben
Dispersion bedeutet „fein verteilt“ und beschreibt eigentlich einen Zustand. Auch pulverförmige Trockenfarbe ergibt durch Anrühren mit Wasser eine Dispersion. Dispersionsfarben sind wasserverdünnbare, zähflüssige Anstriche für Innen. Umgangssprachlich ist damit meistens die handelsübliche Wandfarbe gemeint. Sie besteht aus der Dispersion, Bindemittel, eventuell Lösemittel, Pigmenten (oder anderen Farbmitteln) und Zusatzstoffen. Es gibt sowohl Naturharz-Dispersionsfarben beispielsweise mit dem Bindemittel Dammarharz als auch Kunstharz-Dispersionsfarben (Acryl).
Elektrosmog-Farbe
Es handelt sich um einen Grundanstrich mit leitfähigen Carbonfasern, der in der Lage ist, die elektromagnetische Strahlung stark zu dämpfen. Die Farbe kann wie eine übliche Wandfarbe aufgetragen werden. Allerdings muss die Fläche mittels eines etwa 30 Zentimeter langen Kupferbandes von einer Elektrofachkraft an der Steckdose geerdet werden. Die Farbe ist durch die Carbonfasern schwarz, lässt sich aber mit hochdeckenden Innenfarben gut überstreichen.
Zoombild
Diffusionsoffene Kalkfarben eignen sich sehr gut für die Altbausanierung. (Foto: Caparol)
Kalkfarbe
Kalkfarbe ist prädestiniert für die Anwendung bei der Altbausanierung und in Feuchträumen. Die Farbe gilt als besonders spannungsarm und führt deshalb selten zu Rissen im Anstrich. Zudem ist sie Schimmel hemmend und sehr diffusionsoffen. Der sogenannten gefüllten Kalkfarbe ist Marmorgries beigemischt, sodass sich die Oberfläche leicht rau anfühlt.
Kaseinfarbe
Kaseinfarbe ist auch für ungeübte Maler geeignet, da sie sehr einfach zu verarbeiten ist und schnell zum gewünschten Erfolg führt (in der Regel reichen ein bis zwei Anstriche). Zudem ist sie wischfest, sehr dampfdurchlässig und relativ günstig. Kasein ist der Hauptbestandteil von Milcheiweiß und besitzt eine sehr hohe Bindekraft. Viele Naturfarbenhersteller bieten inzwischen auch Kaseinfarbe auf der Basis von Pflanzenkasein an, das als geruchsärmer und leichter zu verarbeiten gilt.
Zoombild
Naturfarben in Pulverform benötigen keine Konservierungsstoffe. (Foto: Casa Natura)
Konservierungsstoffe
Mikroorganismen wie Schimmelpilze und Bakterien befallen auch Farben. Konservierungsstoffe sind immer dann notwendig, wenn es sich um wässrige Verbindungen wie bei der Dispersionsfarbe handelt, die lange gelagert werden soll. Bei Naturfarben in Pulverform kann auf Konservierungsstoffe ganz verzichtet werden. Mittlerweile werden auch Dispersionsfarben ohne Konservierungsstoffe angeboten. Diese sind etwa 12 bis 24 Monate haltbar, sofern sie trocken und kühl gelagert werden.
Kunstharzfarben
Dispersions- oder Latexfarben mit synthetisch hergestellten Bindemitteln fasst man unter Kunstharzfarben zusammen. Kunstharz wird aus Mineralöl künstlich hergestellt. Solche Farben sind auch über längere Zeiträume äußerst flexibel: Sie haben eine hohe Deckkraft, trocknen schnell, haben eine gute Haftung, hohe Elastizität, Abriebfestigkeit, Wasserfestigkeit und – wenn gewünscht – hohe Wasserdampfdurchlässigkeit.
Kreidefarbe
(siehe Leimfarbe)
Zoombild
Toller Effekt: Beim Lasieren scheint die Oberflächenstruktur des Untergrundes durch. (Foto: Casa Natura)
Lasur
Lasur ist der Sammelbegriff für Farben oder Lacke, bei denen die farbgebenden Anteile (Pigmente) so gering sind, dass beim Bestreichen die Farbe nicht deckt, sondern eher eine Tönung erreicht wird. Die Oberflächenstruktur des Untergrundes scheint weiter durch. Auch der Anteil an Bindemitteln ist gering, sodass beim Lasieren dünne, wenig schützende Schichten entstehen.
Latexfarbe
Für die echte Latexfarbe wurde als Bindemittel natürliches Latex (Milchsaft des Kautschukbaumes) verwendet. Sie zeichnete sich durch besonders hochwertige Eigenschaften aus. Die echte Latexfarbe ist inzwischen aus Kostengründen praktisch vom Markt verschwunden. Heute gibt es sogenannte Pseudo-Latexfarbe, eine Dispersionsfarbe auf Basis von synthetisch hergestelltem Latex, deren Eigenschaften sich an der von echter Latexfarbe orientieren.
Zoombild
Lehmfarbe: raue Struktur für die Wand. (Foto: Lesando)
Lehmfarbe
Das Charakteristische ist ihre feinraue Struktur. Der Lehm (bzw. das Tonmehl) dient als Bindemittel, durch eingefärbte Tonmehle als Farbgeber und – indem er den Festkörperanteil der Farbe erhöht – als Füllstoff. Als weitere Bindemittel können pflanzliche, organische oder synthetische Stoffe enthalten sein.
Leimfarbe
Traditionell war sie die gebräuchlichste Innenraumfarbe. Heute gilt sie eher als Spezialistenfarbe für Stuckanstriche. Da sie nur wenige Male überstreichbar ist, tragen sich nicht so viele Farbschichten auf, was dem Arbeiten am Stuck entgegenkommt.
Wohngesunde Farben: Gerade wasserlösliche Produkte kommen gut ohne Lösemittel aus. (Foto: Farbqualität)
Lösemittel
Lösemittel bringen den Anstrichstoff, also die Farbe, auf die notwendige Verarbeitungskonsistenz. Auch lassen sich Pigmente durch Lösemittel leichter in Ölfarbe einrühren. Da Umwelt und Gesundheit durch Lösemittel beeinträchtigt werden, kommen vermehrt Farben ohne Lösemittel auf den Markt. Gerade bei wasserlöslichen Farben kann auf Lösemittel verzichtet werden. Einige Hersteller stellen auch Lacke, Lasuren und Grundierungen völlig ohne Lösemittel her.
Pflanzenfarbstoffe
Pflanzenfarben sind Extrakte von Färbepflanzen, die zum Lasieren von Innenwänden verwendet werden. Sie sind allerdings – im Gegensatz zu Pigmenten – wasserlöslich, nicht kalkbeständig und nur bedingt lichtecht.
Photokatalytische Farbe
Der photokatalytische Effekt basiert darauf, dass durch Nanotechnologie aufbereitete Anteile der Farbe, etwa das Pigment Titandioxid, durch die Aufnahme von Licht in einen „angeregten Zustand“ gebracht werden. Die so angeregten Moleküle sind nun hoch reaktiv und können an der Oberfläche organische Bestandteile wie Schadstoffe, Fettsäuren, Bakterien oder Pilze abbauen. Photokatalytische Farbe ist daher nur mit anorganischen Pigmenten abtönbar.
Zoombild
Natürliches Farbpigment in Ultramarin. (Foto: Palladian)
Pigmente
Die Pigmente geben dem Anstrich seine Farbe und erhöhen seine Deckfähigkeit. Sie sind wasserunlöslich und liegen in Form kleiner Kristalle vor. Je kleiner die Kristalle sind, desto farbstärker ist das Pigment. Es gibt sowohl Pigmente natürlichen Ursprungs als solche auch auf synthetischer Basis. Ultramarinblau etwa ist ein reines Kunstprodukt, während sein kostspieliges „Vorbild“, der Lapislazuli, natürlichen Ursprungs war. Das häufigste Pigment ist das synthetische Titandioxyd-Weiß.
Silikatfarbe
Silikatfarbe wird auf der Basis von Wasserglas (Kieselsäure) hergestellt. Sie ist waschbeständig, sehr gut dampfdurchlässig und für den Innen- und Außenanstrich geeignet. Die tuchmatte, reine Silikatfarbe wird im Innenbereich am besten auf Kalkputz verwendet, zum Beispiel in der Anwendung verschiedener Lasurfarben. Alternativ gibt es Silikat-Dispersionsfarbe, deren Wasserdampfdurchlässigkeit allerdings reduziert ist.
Zoombild
Wasserdicht und fugenfrei: Tadelakt ist eine gute Alternative zu Fliesen im Bad. (Foto: Tierrafino)
Tadelakt
Tadelakt ist ein besonderer Kalkputz aus der Region um Marrakesch in Marokko. Es ist ein rein mineralischer Glanzputz für wasserfeste Oberflächen, der nach traditioneller marokkanischer Art als Putz aufgetragen und mit Steinen verdichtet wird. Durch die besondere Art der Verarbeitung entsteht eine leicht wellige, lebendige Oberfläche, die in verschiedenen Farben abgetönt werden kann. Durch die Wasserdichtigkeit kann Tadelakt auch oder besonders im Nassbereich als Alternative zu Fliesen eingesetzt werden.
Zusatzstoffe
Zusatzstoffe, auch Additive genannt, werden der Farbe zugefügt, um die Verarbeitung, die technischen Eigenschaften, das optische Erscheinungsbild sowie mitunter auch die Haptik einer Oberfläche zu beeinflussen. Hierzu gehören Füllstoffe, die der Farbe – wie der Name schon sagt – Fülle geben, sie quasi andicken und ihre Deckkraft erhöhen. Aber auch Hilfsstoffe wie Konservierungsmittel gehören dazu.
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  • info@engels-der-maler.de schrieb am 25.02.2010 um 18:26:05 Uhr

    Das was Sie hier schreiben ist schlecht recherchiert.

    Gruß Engels

     
     
     
     
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    • Die Redaktion schrieb am 08.05.2010 um 22:36:40 Uhr

      Nennen Sie doch bitte ein Bespiel für Ihre pauschale Behauptung.

       
       
       
       
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  • christine.toerl@gmx.de schrieb am 08.05.2010 um 13:46:02 Uhr

    ein halb. reihenhaus,kl.-zimmer mit dachschräge,holz-getäfelt-kl.dachfenster
    brauch hilfe!!!
    gefirnist,vorschlag :zimmer soll hell wirken welche farber sind da die richtigen,verwendungszweck:arbeitszimmer und gleichzeitig gästezimmer

     
     
     
     
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    • Die Redaktion schrieb am 11.05.2010 um 09:42:30 Uhr

      Wichtig: helle Farben verwenden! Im Arbeitszimmer günstig: Blau-, Grau- oder
      Grüntöne. Für einen Schlafraum: Blau, Violett-Töne.

      Variante 1: Das Holz streichen und den gesamten Raum in sehr hellen, leicht eingefärbten Grautönen gestalten (von Graublau, über Flieder / Mauve bis zu einem fast weißen Graugrün). Mit Textilien wie Bettüberwurf oder Kissen
      könnte dann auch ein kräftiger Farbton wie Indigo ins Spiel kommen.

      Variante 2: Mit dem Holzton arbeiten und flächig mit Weiß, in Akzenten aber mit kräftigen Grüntönen wie Basilikum oder Limone ergänzen. (Pflanzen setzen auch Akzente).

      Gutes Gelingen!

       
       
       
       
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  • dianna.becker@web.de schrieb am 24.08.2011 um 14:57:34 Uhr

    Welche Farbe würden Sie für mit einem ziemlich groben Putz (Scheibenputz?) verputzten Wohnzimmerwände empfehlen?

     
     
     
     
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  • Die Redaktion schrieb am 24.08.2011 um 15:49:11 Uhr

    Es ist schwierig, pauschal eine Empfehlung dafür abzugeben. Die Farbe sollte auf die Gestaltung und Größe Ihres Wohnzimmers abgestimmt werden. Um die Farbe optimal auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen, empfehlen wir Ihnen die Lektüre des Ratgebers "Welcher Wohntyp sind Sie?" von Sven Rohde. Neben umfangreichen Tests finden Sie dort konkrete Beispiele für die perfekte Gestaltung Ihrer vier Wände.
    Viel Spaß beim Lesen!

     
     
     
     
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