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Ein Phasenprüfer im Einsatz: Messung der Wechselspannung in der Hauselektrik. (Foto: Andreas Morlok/Pixelio.de)

Hauselektrik: Auf den neuesten Stand bringen

Ab und zu braucht ein Haus eine Verjüngungskur. Regelmäßige Erneuerungsarbeiten erhalten Wert, Sicherheit und Komfort. Das gilt auch für Leitungen, Schalter und andere Teile der Elektroinstallation.
Nach 30 bis 50 Jahren sollten die Elektroleitungen erneuert werden, nach 20 bis 40 Jahren die Schalter, die durch ihre beweglichen Teile stärker von Verschleiß betroffen sind. Diese Empfehlungen gibt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in ihrem Ratgeber „Kauf eines gebrauchten Hauses“. Durchlauferhitzer und Elektroheizungen sind demnach noch anfälliger und sollten spätestens nach 20 erneuert werden. Das bringt weitere Vorteile: Neue Geräte verbrauchen in der Regel erheblich weniger Energie als Altanlagen. Da kann sich die Neuanschaffung schnell rechnen, und sie schont außerdem die Umwelt.
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Verlegezonen (gelb) von nicht sichtbaren Leitungen nach DIN 18015-3. (Foto: Biezl)
Kabel-Wirrwarr in alten Häusern
Überalterte Elektroleitungen sind vor allem deshalb ein Problem, weil ihr Kunststoffmantel mit der Zeit brüchig wird. Dann drohen Kurzschlüsse, Stromschläge oder sogar Kabelbrand. Ein weiterer Gefahrenherd sind chaotisch verlegte Leitungen. Heute halten sich Elektriker beim Verlegen an verbindlichen Regeln. So werden Leitungen von Schaltern oder Steckdosen immer genau lotrecht nach oben oder unten verlegt. Waagerechte Kabel befinden sich in rund 30 Zentimetern Entfernung von Decke oder Fußboden. Diese Regeln vermindern die Gefahr späterer Leitungsschäden, etwa wenn jemand Löcher für Dübel in die Wand bohrt. Früher gab es diese Verlegeregeln noch nicht. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten legte man die Leitungen zudem gern schräg, um ein paar Zentimeter Kabel zu sparen. In Altbauten muss man mit solch einem Wirrwarr rechnen. Da bietet eine allgemeine Erneuerung eine gute Gelegenheit, die Kabel gleich ordentlich verlegen zu lassen.
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Indirekte Beleuchtung, Leselampen sowie Steckdosen und Lichtschalter am Bett erhöhen den Komfort, aber auch die Belastung des Stromnetzes. (Foto: www.licht.de)
Nächster Knackpunkt sind die veränderten Ansprüche, insbesondere was die Anzahl der Steckdosen betrifft. Die Zunahme von Elektrogeräte in den Haushalten hat dazu geführt, dass die Zahl der Steckdosen pro Raum in älteren Häusern heute bei weitem nicht mehr ausreicht. Oft versuchen Bewohner, diesen Mangel mit Steckerleisten auszugleichen. In einem gewissen Rahmen ist das in Ordnung, doch wenn zu viele Stromverbraucher an einem einzigen Stromkreis hängen, kann das schnell das Kabelnetz und vor allem die Sicherungen überlasten. Bei einer Überarbeitung des Stromnetzes lässt sich der gesteigerte Leistungsbedarf berücksichtigen. Heute geht man in Neubauten für Bad, Wohn- und Schlafzimmer von jeweils fünf Steckdosen aus, für Kinderzimmer von vier und für Hobby- und Büroräume von jeweils drei. Wohnungen von bis zu 50 Quadratmetern sollten drei Stromkreise haben, bis 75 Quadratmeter sollten es vier sein, bis 125 sechs und bei Wohnflächen darüber sieben Stromkreise. Das sind die modernen Mindeststandards. Elektro-komfortable Wohnungen kommen allein im Wohnzimmer schnell auf mehr als ein Dutzend Steckdosen und dazu noch mindestens vier Lichtauslässe.
An geänderte Bedürfnisse denken
Die Anzahl der Steckdosen hat natürlich auch mit Komfort zu tun, ebenso Zahl und Platzierung von Lichtschaltern. Typisches Beispiel ist ein Schalter im Schlafzimmer, der sich vom Bett aus erreichen lässt. Er ist nicht nur ein „Luxusgut“, sondern kann eine echte Erleichterung für ältere oder gehbehinderte Menschen darstellen. Daran sollten auch junge Hausbesitzer beim Planen der Verkabelung denken. Elektrische Rollläden, zusätzliche Kabelauslässe in Decken und Wänden für Lampen und Anschlüsse für eine Alarmanlage sind weitere Punkte, die eine Rolle bei der Planung spielen sollten.
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