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Für gutes Klima im Wintergarten: die Außenmarkise. (Foto: MHZ)

Wintergarten: So stimmt das Klima (Teil 3):

Ein Hauch von Frühling zu jeder Jahreszeit – so ist uns der Wintergarten am liebsten. Drei Dinge sind für so ein Wohlfühlklima entscheidend: Lüftung, Verschattung und Heizung.
Glasflächen haben andere physikalische Eigenschaften als Mauerwerk. So lassen sie das Sonnenlicht passieren, als Folge erwärmt sich der Raum stärker. Weil Glas andererseits schlechter dämmt als eine massive Mauer, entschwindet die Wärme schneller wieder – tages- und jahreszeitliche Temperaturschwankungen machen sich stärker bemerkbar. Auch kann Glas – anders als etwa mancher Putz – nichts von der Feuchtigkeit aufnehmen, die Menschen, Pflanzen oder auch Aquarien und Zimmerbrunnen produzieren. So kann die Feuchte in Verbindung mit warmer Luft den Wintergarten zur Sauna werden lassen. Kühlt die Luft ab, schlägt sich die überschüssige Feuchte als Tauwasser an den Scheiben nieder und kann langfristig sogar die Konstruktion schädigen.
Um Temperatur und Feuchte im Wintergarten in der Balance zu halten und ein angenehmes Klima zu schaffen – ideal sind etwa 20 Grad Celsius bei einer Luftfeuchte zwischen 50 und 65 Prozent –, dienen Sonnenschutz, Lüftung und Heizung als Hilfsmittel.
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Mit einer zentralen Steuerung lässt sich bequem die Wintergartenbeschattung steuern. (Foto: Somfy)
Sofern der Wintergarten nicht gerade nach Norden ausgerichtet ist, geht nichts ohne Sonnenschutz. Für Wintergärten ab 50 Quadratmetern schreibt ihn sogar die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor, um Energieverschwendung durch hochtourig laufende Klimaanlagen zu verhindern. Es stehen verschiedene Systeme zur Wahl.
Am effektivsten ist eine Außenbeschattung, die 60 bis 80 Prozent der Sonnenstrahlung abhält. Rollläden sind besonders robust, mit Raffstores oder Außenjalousien lässt sich der Lichteinfall individuell justieren. Durch Führungsschienen oder Kästen sind diese Systeme allerdings optisch recht auffällig. Markisen mit Stoffbehang bieten viele Gestaltungsmöglichkeiten, sie verschmutzen und altern aber schnell.
Innenbeschattung hält nur zwischen 30 und 60 Prozent der Sonnenstrahlen ab. Dafür sind Jalousien, Rollos, Faltstores oder Plisseenanlagen im Innenbereich vor Witterungseinflüssen geschützt, zudem lässt sich die Vielfalt der textilen Behänge dekorativ nutzen.
Beschattung zwischen den Scheiben mit Rollos oder Jalousien ist mit einem Wirkungsgrad von 70 Prozent recht effektiv, außerdem spart sie Platz und ist pflegeleicht. Dafür ist sie aber auch teurer als andere Systeme und lässt sich nicht nachträglich einbauen.
Eine automatische Steuerung der Verschattung, zum Beispiel nach Tageszeit oder Sonnenstand ist nicht nur bequem, sondern macht sie auch wirkungsvoller.
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Regelmäßiges Lüften schützt vor Überhitzung. (Foto: Solarlux)
Regelmäßiger Luftwechsel
Bei der notwendigen Be- und Entlüftung im Wintergarten kommen grundsätzlich zwei Möglichkeiten infrage.
Die natürliche Belüftung nutzt den Umstand, dass sich warme Luft nach oben bewegt (thermischer Auftrieb). Kältere Zuluft strömt durch Klappen, Schiebelüfter oder Lamellenfenster in Bodennähe in den Raum, die warme, verbrauchte Luft wird in Deckenhöhe über aufklapp- oder verschiebbare Fensterflügel oder Entlüftungskästen im First abgeführt. Die Lüftungsöffnungen können manuell bedient werden, eine automatische Steuerung macht aber unabhängiger, insbesondere bei Abwesenheit.
Bei der mechanischen Lüftung wird die verbrauchte Luft durch ein motorbetriebenes Gebläse abgesaugt oder durch Überdruck ins Freie gedrückt. Durch den dann verringerten Luftdruck strömt automatisch Frischluft nach. Die Steuerung erfolgt über Thermostat und Hygrostat; der Strombedarf (etwa 20 Watt) kann mit einer 12-Volt-Solarzelle gedeckt werden.
Wie eine Lüftungsanlage dimensioniert sein muss, hängt unter anderem von Ausrichtung, Verglasung und Höhe des Wintergartens, aber auch der Art des Sonnenschutzes ab. Bei Außenbeschattung sollte die Luft sieben- bis zehnmal pro Stunde gewechselt werden, bei Innenbeschattung sogar alle zwei Minuten, weil auch der Raum zwischen Glas und Behang mitbelüftet werden muss.
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Ganzjährig genutzte Wintergärten benötigen einen Anschluss an eine Zentralheizung. (Foto: Wintergarten-Fachverband.de)
Wohlige Wärme auch im Winter
Der ganzjährig genutzte Wintergarten kommt nicht ohne Heizung aus. In der Regel bietet sich der Anschluss an das Zentralheizungssystem des Hauses an. Bei der Wärmeverteilung müssen jedoch die Besonderheiten des Glasanbaus berücksichtigt werden. Flächenheizungen etwa sind zwar empfehlenswert, weil sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten und angenehme Strahlungswärme erzeugen, im Wintergarten manchmal aber schwierig zu realisieren: Für eine Wandheizung sind oft nicht genug feste Wände vorhanden. Eine Fußbodenheizung ist angenehm unter der Sitzecke, aber ungünstig unter Pflanzentöpfen.
Die Heizung soll nicht nur den Wintergarten erwärmen, sondern auch die Bildung von Kondenswasser verhindern helfen. Das kann man gut erreichen mit Heizkörpern oder Warmluftschächten vor den gläsernen Außenwänden, sodass die warme Luft vor den Glasflächen zirkuliert. Eine attraktive und umweltfreundliche Heizungsalternative für den Glasanbau kann auch ein Pelletofen sein.
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