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Ob Pfosten-Riegel-Konstruktion oder Rahmenwerk – der Bauherr muss entscheiden. (Foto: Wintergarten-Fachverband.de)

Wintergarten: Konstruktion und Verglasung (Teil 2)

Nicht nur in der Architektur, sondern auch in der Bauausführung ist der Wintergarten ein anspruchsvolles Vorhaben. Welche Materialien, welche Konstruktion, welche Gläser kommen infrage? Wichtige Entscheidungen für den Bauherren.
Die Konstruktion eines Wintergartens soll stabil, möglichst langlebig und gern auch pflegeleicht sein – und natürlich gut aussehen. Die verschiedenen Materialien verwirklichen das in unterschiedlichem Maße.
Metall: Eine einfache Stahlkonstruktion, wie beim Gewächshaus, ist zwar sehr tragfähig, isoliert aber schlecht und kommt deshalb für einen Wohn-Wintergarten nicht infrage. Wenn Metall – bevorzugt das leicht zu verarbeitende Aluminium –, dann muss die Konstruktion „thermisch getrennt“ sein: Zwei Hohlkammerprofile werden durch eine innen liegende Dämmschicht getrennt, was den Wärmefluss von innen nach außen vermindert. Aluminium ist zudem leicht zu pflegen und resistent gegen Feuchte.
Kunststoff: Für kleinere Glasanbauten kann eine Konstruktion aus Kunststoff eine preisgünstige Option sein. Das Material dämmt relativ gut, ist widerstandsfähig gegen Feuchte und UV-Strahlung. Weil es aber nicht besonders fest ist und sich bei höheren Temperaturen ausdehnen kann, ist es nur bei begrenzten Höhen und Spannweiten einsetzbar. Man kann die Kunststoffprofile zwar mit Stahl verstärken, handelt sich aber dann auch die Nachteile des Metalls ein, vor allem Abstriche in der Wärmedämmfähigkeit.
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Holz verleiht jedem Wintergarten eine warme Atmosphäre. (Foto: Sunshine)
Holz: Wenn es um Behaglichkeit im Innenraum geht, ist Holz der Favorit, auch im Wärmeschutz ist der nachwachsende Rohstoff Spitze. Holzwerkstoffe wir etwa verleimte Schichthölzer sind tragfähiger als Massivhölzer und erlauben schlanke Konstruktionen. Nachteil von Holz ist die Witterungsanfälligkeit. Neben konstruktivem Holzschutz – Wasserablauf sichern, aufsteigende Feuchte verhindern – ist in der Regel ein Schutzanstrich nötig.
Stabil und gut geerdet
Für die statische Konstruktion kommen zwei Grundprinzipien infrage.
Aufbau einer Pfosten-Riegel-Konstruktion: (S) Sparren, (P) Pfosten, (R) Querriegel
1. Die Pfosten-Riegel-Konstruktion: Sie besteht aus tragenden Pfosten und Querriegeln ohne tragende Funktion. Letztere können deshalb geringe Querschnitte haben, was grazile Bauten ermöglicht. Fenster, Dreh- oder Kipptüren werden ins Raster integriert.
Aufbau eines Rahmenwerkes: (R) Rahmen (Grafiken: Wintergarten-Fachverband.de)
2. Das Rahmentragwerk: Ein Rahmen mit kräftigem Querschnitt übernimmt die tragende Funktion in der Fassade. Diese Konstruktion benötigt weniger senkrechte Pfosten, deshalb sind größere Öffnungselemente wie Schiebetüren möglich.
In jedem Falle wichtig ist der Anschluss der Konstruktion an Wand und Boden. Der Wintergarten braucht wie das Wohnhaus ein tragfähiges Fundament als Basis, eine vorhandene Terrassenplatte reicht meist nicht aus. Frostsicherheit ist Voraussetzung; für den beheizten Wintergarten schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) eine Mindestdämmung vor. Die Fugen des Wandanschlusses müssen luft- und regendicht verarbeitet werden, etwaige Feuchte muss nach außen zur kalten Seite entweichen können.
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Zweifach-Wärmeschutzverglasung mit einem U-Wert von höchsten 1,1. (Foto: Interpane)
Die Wahl der Verglasung
Die großen Glasflächen sind das optische Charakteristikum des Wintergartens, aber auch für sein Raumklima entscheidend. Die Verglasung soll einerseits viel Sonnenlicht hineinlassen, aber auch vor Wärmeverlusten schützen. Physikalisch stehen dafür zwei Größen: einmal der g-Wert, der die Durchlässigkeit und damit den solaren Gewinn in Prozent angibt. Zum anderen der U-Wert, der die Wärmeverluste über die Glasfläche angibt und möglichst niedrig sein soll. Nur wenn der Wintergarten selten oder ausschließlich in den Sommermonaten genutzt wird („Kaltwintergarten“), kommt eine Einfachverglasung mit ihren hohen Wärmeverlusten noch infrage. Beim beheizten Wintergarten muss die Verglasung laut EnEV einen U-Wert von höchstens U-Wert 1,1 aufweisen. Das ist mit Zweifach-Wärmeschutzverglasung zu erreichen.
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Schaltbare Sonnenschutzverglasung bringt mehr Komfort in den Wintergarten. (Foto: EControl)
Modernes Funktionsglas kann weitere Vorteile für den Wintergarten bringen: Sonnenschutzglas ersetzt zwar in der Regel nicht den mechanischen Sonnenschutz, kann aber als Dachverglasung sinnvoll sein, um den Wintergarten vor Überhitzung zu schützen. Für den Schallschutz bietet in der Regel die Wärmeschutzverglasung ausreichend gute Werte. In Ausnahmefällen (bei lauten Straßen in der Nähe) könnten Spezialgläser angebracht sein.
Auch in Hinblick auf eine Sicherheitsverglasung gilt es, Kosten und Nutzen sorgfältig gegeneinander abzuwägen. In der Regel steigen Einbrecher gar nicht über die großen Glasflächen, sondern über Türen und Fenster ein. Also sollte man besser in deren Sicherung investieren. Zudem befinden sich Wertgegenstände meist in den Innenräumen des Hauses. Türöffnungen und Übergänge vom Wintergarten zum Haupthaus sind also die eigentlichen Knackpunkte des Einbruchschutzes.
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