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Schlichtes Design: Der Wintergarten als Wohlfühl-Oase. (Foto: Solarlux)

Wintergarten: Vielfalt in Nutzung und Stil (Teil 1)

Moderne Wintergärten sind nicht einfach Anhängsel des Hauses. Sie präsentieren sich selbstbewusst als eigenständige Gebäudeteile, stilvoll im Aussehen und vielseitig in der Nutzung.
Zugegeben, es gibt sie noch, diese etwas plumpen Konstruktionen, die aussehen wie provisorisch am Haus befestigte Gewächshäuser im Kleinformat. Solche ästhetisch wenig ansprechenden Bauten haben teilweise den Wintergarten als solchen in Verruf gebracht. Dass es anders geht, zeigen neue Trends und gelungenen Entwürfe: Zum Beispiel ein bis unter den Giebel des Hauses hochgezogener Wintergarten, der das Innere des Hauses zusätzlich belichtet, oder die zweistöckige Variante mit Galerie unter dem Glasdach. Oder ein separates Zimmer im Garten als Ruheoase, ein glasüberdachter Lichthof zwischen zwei Gebäudeteilen. In solchen Entwürfen sind die Grenzen zum ganzjährig bewohnten Anbau aus Glas fließend. In der Gestaltung kann der Wintergarten einem historischen Altbau bis ins Detail mit Sprossenfenstern und Gesimsen liebevoll angepasst werden – oder als kalkulierter Stilbruch bewusst kubisch und puristisch ausgeführt sein. Im Trend liegt ein Hauch von Asien, mit klaren, aber leicht geschwungenen Formen.
Planung: Rechtlichen Rahmen beachten
Diese Beispiele legen es nahe: Der Wintergarten verdient und verlangt eine durchdachte Planung. Die beginnt – wie so oft beim Bauen – mit schnöden Paragrafen. Ein Wintergarten ist grundsätzlich genehmigungspflichtig. In jedem Falle muss Ihr Wintergarten den Vorschriften der Energieeinsparverordnung entsprechen, stand- und verkehrssicher sein. Auch muss der Brandschutz gewährleistet sein. In Sachen Gestaltung muss der Wintergarten „in Einklang mit seiner Umgebung“ stehen – was darunter zu verstehen ist, variiert von Ort zu Ort. Erkundigen Sie sich vorab bei Ihrer Gemeinde nach den Vorgaben. Schon wegen der Baugenehmigung empfiehlt sich die Beratung durch einen Architekten oder eine Fachfirma.
Von der Idee zum Entwurf
Für die Planer vom Wintergarten Fachverband e.V. gibt es vier Fragen, die entscheidend sind für einen maßgeschneiderten Wintergartenentwurf:
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Ruhezone Wintergarten: Liegen laden zum Verweilen ein. (Foto: Solarlux)
1. Wie soll der Wintergarten genutzt werden?
Mehr Licht, mehr Raum – das sind wohl die Hauptmotive für einen transparenten Anbau. Aber es macht einen Unterschied, ob es um mehr Raum für Menschen oder für Pflanzen geht, ob man das Licht am Morgen oder am Abend, im Frühjahr oder im Winter genießen will. Soll es ein Wohnwintergarten werden, so muss er auch wie ein Wohnraum geplant werden: Neben einem Aufenthaltsbereich mit Tisch, Sessel oder Stühlen braucht es genügend Platz für den ungehinderten Ein-, Aus- und Durchgang. Vielleicht ist auch noch eine Ruhezone mit Liege oder Sofa erwünscht.
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Ein vom Wohnbereich abgetrennter Wintergarten kann die Energiebilanz des Hauses verbessern. (Foto: LBS)
2. Mit welcher Ausstattung lässt sich die geplante Nutzung verwirklichen?
Ein ganzjährig nutzbarer Wohnwintergarten stellt hohe Ansprüche an die Konstruktion: gedämmte Bodenplatte und Profile sowie Wärmeschutzverglasung sind Pflicht, eventuell sogar eine Heizung. Viele Hausbesitzer möchten aber gerade die Energiebilanz ihres Hauses mithilfe des Wintergartens verbessern. Dann sollte der Anbau aber nicht offen mit dem angrenzenden Raum verbunden, sondern abgetrennt sein. So wirkt der Wintergarten als eine Art Klimapuffer, bietet aber nur im Frühjahr oder Herbst wohnliche Temperaturen.
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Der Wintergarten muss nicht immer nach Süden ausgerichtet sein. (Foto: Wintergarten-Fachverband.de)
3. Welche Hausseite ist ideal für den Wintergarten?
Lage und Form des Hauses sind hier ausschlaggebend. Es muss aber nicht immer die Südfassade vor dem Wohnzimmer – Wunschstandort der meisten Bauherren – sein. Zwar ist bei Ausrichtung nach Süden auch im Winter der Sonnenplatz garantiert, dafür heizt es sich hier im Sommer ziemlich auf. Weniger extrem ist die Erwärmung im Westen, wo sich die Sonne auch noch nach Feierabend genießen lässt. Der Osten mit den hellen Sonnenstrahlen am Morgen ist ideal für ein Pflanzenparadies. Selbst der Wintergarten im Norden hat seine Vorzüge: Auf eine Verschattung kann weitgehend verzichtet werden; der gleichmäßige Lichteinfall ist ideal für Atelier oder Arbeitsplatz.
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Stimmige Komposition: Glas- und Ziegeldach verbinden sich zu einer Linie. (Foto: Solarlux)
4. Wie lässt sich der Anbau stimmig mit dem Haupthaus verknüpfen?
Meistens denken wir bei Wintergarten zunächst an eine Konstruktion mit drei Fassaden und Dach, die an einer Seite an das Haupthaus angrenzt. Doch das ist nur eine von vielen Möglichkeiten: Der Wintergarten kann teilweise ins Wohnhaus integriert werden, etwa im Inneneck eines L-förmigen Hauses. Bei schmalen Häusern oder Reihenhäusern kann er als vorgesetzte gläserne Fassade auftreten. Harmonisch wirkt es, wenn sich die Neigung eines Ziegeldachs im Glasdach fortsetzt, für architektonische Spannung dagegen sorgt eine asymmetrische Dachspitze oder ein aufsteigendes Pultdach. Es darf fantasievoll zugehen, solange die Bautechnik stimmt – und natürlich die architektonische Stilsicherheit des Planers.
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