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Foto: Hubert Killing GmbH

Naturstein: Sieht gut aus und hält ein Leben lang

Natursteine sind ein Geschenk der Götter – das wussten schon die alten Griechen und Römer, als sie daraus ihre Tempel bauten. Sie sind extrem stabil, pflegeleicht, schön und langlebig. Wegen dieser Eigenschaften werden sie heutzutage gern im Außenbereich eingesetzt.
Ohne sie gäbe es keine Pyramiden, keine Akropolis und kein Kolosseum. Die einzigen sichtbaren Zeugnisse antiker Hochkulturen wären im Dunkel der Geschichte einfach verschwunden, wären die Natursteine, aus denen sie errichtet wurden, nicht so unerhört robust und langlebig. Nur Stahl übertrifft ihre Festigkeit. Und wer einen Bodenbelag aus Granit hat, weiß, dass hier selbst nach jahrzehntelanger Benutzung fast keine Nutzungsspuren zu sehen sind. Doch die antiken Baumeister schätzten Natursteine nicht nur wegen ihrer Beständigkeit, sondern auch, weil sie als nahezu fertige Baustoffe in der Natur vorkommen. Sie mussten nur noch abgebaut werden. Für die eigentliche Herstellung war und ist kein Energiebedarf notwendig, wie es etwa beim Brennen von Ziegeln der Fall ist.
Zoombild
Foto: Hubert Killing GmbH
Die Natur als Steinfabrik
Zudem faszinierten schon damals die äußeren Reize des Gesteins: Für den Bau und die Verzierung eines prachtvollen Tempels oder Palasts schien kein Material besser geeignet zu sein als kreideweißer und glatt geschliffener Marmor. „Man unterscheidet zwischen Erstarrungs-, Ablagerungs- und Umwandlungsgesteinen“, erklärt Reiner Krug, Geschäftsführer des Deutschen Naturwerkstein-Verbands (DNV). Granit ist etwa ein Erstarrungsgestein, weil es sich um Magma handelt, das vor langer Zeit im Erdinneren erkaltet ist. Sandstein und Kalkstein entstehen, wenn sich zertrümmerte Gesteine oder in Wasser gelöste Mineralien ablagern – daher der Name Ablagerungsgestein. Werden diese hohem Druck und großer Hitze ausgesetzt, verwandeln sie sich in sogenanntes Umwandlungsgestein wie Schiefer oder eben Marmor.
Der Entstehungsprozess nimmt dabei einen großen Einfluss auf das Aussehen des Gesteins, das stark variieren kann – ein Grund, weshalb Naturstein so begehrt ist. Beispiel Marmor: Marmor aus Naxos ist weiß, aus Anatolien schwarz, und in Portugal gibt es einen, der lachsfarben aussieht. So wird jeder Naturstein zu einem Unikat und verleiht Bauten, Kunstwerken oder Bodenbelägen eine eigene Note.
Naturstein als Bodenbelag
Überzeugen dürfte jeden Bauherren außerdem, dass Natursteine sehr pflegeleicht sind. Das gilt auch für Bodenbeläge im Außenbereich, die ja stets einer besonderen Belastung ausgesetzt sind. Beim Verlegen und der Pflege sollten allerdings einige Dinge beachtet werden.
Erstens: Ein großes Problem ist Feuchtigkeit. Deshalb müssen alle Außenflächen ein Gefälle von ungefähr 1,5 Prozent aufweisen, um Regenwasser abzuleiten. Je rauer die Oberfläche ist, desto stärker sollte das Gefälle ausfallen. Der DNV empfiehlt in diesem Fall zwei bis drei Prozent. Und weil Beläge im Außenbereich niemals wasserdicht sind, müssen auch die Tragschichten entwässert werden und sollten das gleiche Gefälle wie die Belagsoberflächen aufweisen. Um zu verhindern, dass sich das Wasser staut, müssen alle wasserführenden Ebenen an Drainage-Leitungen angeschlossen sein. Ansonsten verursacht das Wasser dunkle Feuchteflecken oder Kalkablagerungen.
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Foto: Natursteinwerk Rechtglaub Wolf GmbH
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Foto: Natursteinwerk Rechtglaub Wolf GmbH
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Foto: Natursteinwerk Rechtglaub Wolf GmbH
Zweitens: Auch wenn es im Winter friert und Glätte droht, sollte man besser auf Streusalz verzichten – nicht nur aus Umweltschutzgründen, sondern auch aus Sorge um die Stabilität der verlegten Steine. Denn in Wasser gelöst, dringt das Salz durch Fugen in die Mörtelbettung ein und beschädigt diese. Das wiederum kann die Tragfähigkeit des Untergrunds, auf dem die Natursteinplatten verlegt werden, beeinträchtigen. Da der Untergrund ein sensibler Bereich ist, sollte schon beim Verlegen darauf geachtet werden, dass er geeignet und belastbar ist.
Drittens: „Für die Reinigung von Natursteinen sind aggressive Reinigungsmittel tabu. Sie sollten nur mit Wasser gereinigt werden“, rät Stefan Wolf, Steinmetz und Naturstein-Fachmann aus Lübeck. Als Faustregel gilt: grobe Verschmutzungen wie Unrat, Äste oder Verpackungen werden gekehrt. Haftender Schmutz wie Getränkeflecken können mit Alkoholreiniger oder Wasser entfernt werden. Und hartnäckiger Schmutz muss mit Spezialreinigern getilgt werden. „Bei hartnäckigen Verschmutzungen ist es eh am besten, wenn man einen Naturstein-Fachmann hinzuzieht“, sagt Experte Wolf.
Wie die alten Griechen und Römer ihre Tempel sauber hielten, ist nicht überliefert. Hätten sie eine Art Geheimrezept gehabt und in Marmor gemeißelt – wir könnten auch in dieser Hinsicht von ihnen lernen.
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