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Foto: Ikea

Kinderzimmer zum "Mitwachsen"

Kleine Kinder haben ihr Zimmer gern in Nähe der Eltern, Jugendliche dagegen schätzen meist einen möglichst großen Abstand. Räume mit wechselnden Funktionen passen sich Veränderungen im Familienalltag mühelos an.
Eltern kennen das Problem: Kaum ist der Nachwuchs auf der Welt, entspricht das gerade erst gestaltete Kinderzimmer schon fast nicht mehr den aktuellen Ansprüchen. Die Babywiege weicht dem Gitterbettchen, dieses einem Kinder- oder Hochbett, dazu kommt ein erster Arbeitstisch samt Schreibtischstuhl oder -sessel. Auch darf der Übernachtungsplatz für Gastkinder nicht fehlen, gleichzeitig benötigt wird aber auch eine möglichst große Spielfläche am Boden – und wenn sich weiterer Kindersegen ankündigt, geht alles wieder von vorn los.
Wie kein anderer Raum in Haus oder Wohnung ist das Kinderzimmer einem ständigen Wandel unterworfen. Und das von der Geburt an bis zum Erreichen des Schulabschlusses und meistens noch darüber hinaus. Ein Balanceakt für Eltern wie Kinder, der von allen Beteiligten ständig sportliches Umdenken erfordert. Eine kluge Grundrissplanung beugt Problemen vor.
Zoombild
Foto: Davinci Haus
Lage und Größe des Raums vorausschauend planen
Kleine Kinder sind auf die Zuwendung von Vater und Mutter besonders angewiesen. Am besten ist es, wenn das Kinderzimmer zunächst nahe beim Elternschlafzimmer und in Sicht- und Hörweite der Küche liegt. Idealerweise hat das Zimmer mehr als 15 Quadratmeter, ist hell und Richtung Süden oder Südwesten gelegen.
Bad und WC sollten vom Kinderzimmer aus leicht erreichbar sein. Für die Grundrissplanung zur Anzahl der Räume gilt als Faustregel: ein Zimmer pro Familienmitglied, wobei alle Räume in etwa gleich groß sein sollten, plus Gemeinschaftsbereiche.
Ab dem Alter von circa zehn Jahren verwandelt sich das „Kinderreich“ langsam aber sicher in ein Jugendzimmer. Die Zeit für einen Raumtausch ist gekommen, denn ein älteres Kind möchte Musik hören, vielleicht selbst Instrumente spielen und sich unbeaufsichtigt mit Freunden treffen. Gerade für Jugendliche ist es angenehm, wenn mitgebrachte Freunde auf dem Weg zum eigenen Zimmer dann nicht immer den Eltern vorgestellt werden müssen. Das geht am besten in einem Zimmer, das möglichst weit entfernt von den Erwachsenen-Räumen liegt. Alles dies aber nicht nur, um die neue Eigenständigkeit des Kindes zu unterstützen: Wer Kinder im Teenager-Alter hat, möchte schließlich auch nicht täglich um laute Musik oder die Uhrzeit des Heimkommens streiten.
Raumtausch für die „sturmfreie Bude“
Die Lösung liegt in Zimmern mit wechselnden Funktionen, sodass der Nachwuchs das Kinderzimmer nach einigen Jahren tauschen kann. Sind alle Zimmer gleich groß, ist das denkbar einfach. Das neue Domizil Ihres Kindes könnte näher zur Haustür eingerichtet werden. Vielleicht ist dort ein Arbeitszimmer, sodass man mit den Räumen einfach umziehen kann.
Zoombild
Foto: Ikea
Mehr Platz oder ein zusätzlicher Raum kann auch durch einen neuen Grundriss erreicht werden. Früher waren Grundrissänderungen mit viel Arbeit, Schmutz und hohen Kosten verbunden. Moderne Wandsysteme dagegen erlauben es, jederzeit aus einem Zimmer zwei zu machen – etwa, wenn ein kleines zusätzliches Arbeits- oder Kinderzimmer gebraucht wird. Leichte Trennwandsysteme aus Gipsplatten, die im Fertigbau verwendet werden und eine gute Schall- und Wärmedämmung erzielen, eignen sich für Häuser mit wenigen, aber dafür großen Räumen. Technische Voraussetzung für die Aufteilung ist, dass zwei Fenster, Türen und Heizkörper vorhanden sind. Außerdem sollte der Raum so proportioniert sein, dass später keine Schläuche entstehen, in denen Möbel kaum noch unterzubringen sind.
Fünf Tipps für das richtige Kinderzimmer

Flexibilität bei der Raumgestaltung
Im familienfreundlichen Haus können Räume ihre Funktion ändern. Für die Planung gut sind Räume, die in etwa gleich groß und austauschbar sind. Größere Räume sollten teilbar sein, wenn zusätzliche Zimmer etwa für weiteren Nachwuchs benötigt werden. Nicht vergessen, in allen Räumen ausreichend Steckdosen vorzusehen, die für Kinder gesichert werden müssen, sowie Telefonanschlüsse in jedem Zimmer.
Möbel wachsen mit
Gute Kindermöbel wachsen mit. Viele Hersteller bieten Anbauserien an, etwa ein Kinderbettchen als Ecklösung, das ebenso als Laufstall oder später mit wenigen Handgriffen als Ecksofa verwendbar ist. Gleiches gilt für Kinderbetten, die sich zu Betten für Jugendliche erweitern lassen.
Zoombild
Foto: TEAM 7
Möbel neu kombinieren
Parallel zum Angebot der Wohnwelt der Großen gibt es auch Kindermöbel im Systemverbund, das heißt: Angefangen bei der Wickelkommode, übers Bett bis hin zum Schrank kann die bewegliche Habe modulartig und individuell neu kombiniert werden. Diese Systeme haben den Vorteil, dass sie auf das Kind und auf das Zimmer zugeschnitten sind. Neben der gestalterischen Flexibilität ermöglichen Systemmöbel die stufenweise Ergänzung bei den Wachstumsphasen und den sich ändernden Bedürfnissen der Kinder.
Zu viele Farben überreizen
Obwohl Kinder Farben lieben, sollten Eltern die Farbvielfalt bei der Einrichtung nicht übertreiben. Ein zu großer Farben- und Mustermix überreizt und lässt jeden Raum enger erscheinen. Besser ist es, die Decke weiß zu lassen und die Wände in einem hellen freundlichen Farbton zu streichen. Möbel, Rollos, Gardinen und Spielsachen bringen genug Farbe in den Raum.
Gestaltung des Bodenbelags
Kinder spielen die meiste Zeit auf dem Fußboden, ein Fliesen- oder Steinboden ist deshalb weniger geeignet. Empfehlenswerter sind mit Wasserlack versiegelte Holz- oder Korkfußböden, niederflorige Teppichböden oder Teppichfliesen, die nicht verklebt sind, sodass man die Fliesen bei Verschmutzungen leicht austauschen kann. Da die Zahl allergiekranker Kinder beachtlich ist, auf gesundheitsverträgliche Materialien achten. Das GuT-Zeichen (Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden) bietet vor der Kaufentscheidung eine gute Orientierungshilfe.
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