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Foto: Stein-Eisen

Brunnenbau: Rammen, ausschachten oder bohren?

Wer auf seinem Grundstück einen Brunnen anlegen will, kann unter Umständen bares Geld bei der Wassergebühr sparen. Wenn diese finanzielle Seite berechnet sowie das nötige Genehmigungsverfahren gemeistert ist, geht es an die Wahl der richtigen Technik, um in die Tiefe zu kommen.
Rammbrunnen – günstig, aber wenig leistungsfähig
Das einfachste und damit kostengünstigste Verfahren ist das Anlegen eines Rammbrunnens. Dabei wird ein angespitztes Rohr mit einer hydraulischen oder elektrischen Ramme in den Boden getrieben, zur Not auch mit dem Vorschlaghammer. Das Material gibt es bereits für etwas über hundert Euro und eine Ramme zum Ausleihen, sodass sich auch der ambitionierte Laie am Brunnenbau versuchen kann. Natürlich gibt es auch Fachbetriebe, die durch ihre technische Ausstattung meist bessere Ergebnisse erreichen. Allerdings gibt es eine Reihe von Einschränkungen: Maximal erreicht ein Rammbrunnen eine Tiefe von sieben Metern, und das auch nur in lockeren Böden. Wegen der geringen Tiefe kann er keinesfalls Trinkwasser liefern. Außerdem setzt sich der Filter am unteren Ende des Rohres zwangsläufig zu. Nach fünf bis sieben Jahren muss ein neues Rohr an anderer Stelle in den Boden gerammt werden, wenn besonders viel Kalk oder Eisen im Wasser ist, auch schon deutlich früher. Selbst ein gut funktionierender Rammbrunnen liefert nur eine geringe Wassermenge – meist ausreichend für die Gartenbewässerung aber oft zu wenig für die Waschmaschine und die Toilettenspülung.
Schachtbrunnen – langlebig und teuer
Der Schachtbrunnen ist der „Klassiker“, vergleichbar mit Ziehbrunnen, wie man sie aus Burgen kennt. Heutzutage werden meist Betonringe mit einem bis anderthalb Metern Durchmesser verwendet. Darunter gräbt die Fachfirma das Erdreich weg, oben werden immer wieder neue Ringe aufgelegt, sodass der Brunnenschacht langsam nach unten sinkt. Diese Art des Brunnens kann in der Regel bis etwa zehn Meter tief reichen, ist also ebenfalls nur dort sinnvoll, wo man dicht unter der Oberfläche auf Wasser stößt. Gegenüber dem Rammbrunnen hat die Technik den Vorteil, dass der Brunnen an die 50 Jahre lang Wasser liefert. Die ebenfalls geringe nachfließende Menge wird dadurch ausgeglichen, dass der Brunnenschacht selbst als Reservoire dient: Nachts fließt der Schacht langsam bis auf die Höhe des Grundwasserspiegels voll, tagsüber können die Hausbewohner diesen Vorrat aufbrauchen. Von Nachteil sind die erheblich höheren Kosten. Im Detail sind sie von Boden, Schachtdurchmesser und tatsächlich nötiger Tiefe abhängig, aber meist dürfte der reine Brunnenbau ohne Pumpe und übrige Technik bereits auf 5000 Euro kommen.
Bohrbrunnen – verbreitete Technik
Gebräuchlicher als Ramm- und Schachtverfahren sind heute im Privatbrunnenbau Bohrungen. Theoretisch kommt man damit bis zu 100 Meter tief, normalerweise ist allerdings für privat genutzte Brunnen bei 20 Metern Schluss. Dennoch werden dadurch die Reichweite zu tieferen Wasserschichten und die Fördermenge gegenüber den anderen Verfahren erheblich größer. Das Brunnenbohren erledigen Fachfirmen mit ihren Geräten. Wenn die Bohrung erst mal angelegt ist, wird sie mit einer Kiesschicht ausgekleidet, die das nachströmende Wasser filtert. Innen hinein kommt ein Filterrohr und auf den Metern direkt unter der Oberfläche ein Förderrohr, das auf Privatgrundstücken meist einen Durchmesser von drei bis sechs Zoll hat (9 bis 15 Zentimeter). Als Rohrmaterialien haben sich PVC und Edelstahl durchgesetzt. Die Pumpe befindet sich innerhalb des oberen Brunnenrohres. Zusätzlich zum Stromkabel sollte sie durch ein Seil gesichert sein. Die Kosten für die Bohrung sind stark davon abhängig, wie tief es gehen soll. Je nach Durchmesser kommen 100 bis 250 Euro pro Meter auf den Auftraggeber zu. Pumpe, Rohre und das übrige technische Zubehör sind natürlich ebenfalls von der Tiefe abhängig und müssen mindestens mit 1000 Euro veranschlagt werden.
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