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Foto: Knelldesign

Stauraum nutzen - bis in die kleinste Ecke

Regale sind vielfältig wie kaum ein anderes Möbelstück: Ob zum Hinstellen, Anschrauben, Aufhängen, ob maßgeschneidert oder als preiswerte Variante vom Baumarkt um die Ecke – richtig kombiniert schaffen die Elemente Ordnung und Übersichtlichkeit selbst in verborgenen Winkeln des Hauses.
Es ist so einfach wie patent, in unzähligen Varianten erhältlich und außerdem schnell und problemlos aufzubauen: das Regal. Nicht nur die eigene Hausbibliothek kommt nicht mehr ohne aus – die praktischen Gestelle mit offenen Fachböden haben längst Einzug auch in Wohnküchen, Flure oder Schlafzimmer gehalten.
Denn Regale bieten reichlich Stauraum, ohne die mitunter klobige Behäbigkeit eines Schranks auszustrahlen. Sie lassen dem Raum Platz und stammen – wie könnte es anders sein – aus der Moderne nach einem ästhetischen Prinzip von Le Corbusier. „Casiers standard“ nannte der Architekt eine Serie von mobilen Kirschbaumkuben, die man beliebig kombinieren konnte – ein Vorläufer unserer heutigen Regale.
Foto: Lundia
Zweckentfremden erlaubt
Doch erst in den Siebzigerjahren machte die Idee der Anbausysteme richtig Karriere: Deckenhoch und wandbreit füllten die vorrangig aus Massivholz gefertigten Kombimöbel laufende Meter Wand und beherbergten allerhand Gebrauchsgüter ebenso wie Nippes. Heute stehen wieder Einzelmöbel hoch im Kurs oder spezialisierte Anbausysteme mit Zubehör für fast jede Gelegenheit: Ablageborde zum Hervorziehen verwandeln jedes Regal im Handumdrehen zum kleinen Schreibtisch, Bücher und Accessoires werden mit Lichtleisten in Szene gesetzt, ein klappbares Stufenpodest oder eine stabile Anlehnleiter macht selbst obere Regalböden problemlos erreichbar. Und wem das alles zu offen ist, der verbirgt Bücher und sonstige Regalbewohner hinter einem Rolladen oder Vorhang, um das Regal zum dezenten Schrank zu verwandeln.
Platzreserven im Flurbereich aufspüren
Auch in fast jedem Einfamilienhaus verbergen sich stille Platzreserven, die sich mit ein wenig handwerklichem Geschick als Ablagemöglichkeit und Stauraum nutzen lassen. So bieten an der Seite angebrachte, einzelne Regale Platz für alles, was im Eingangsbereich wichtig ist: Schals und Handschuhe, Schützer für die Inline-Skater oder anderer Kleinkram, der sonst störend herumliegt.
Führen unter der Treppe ins Obergeschoss keine weiteren Stufen in den Keller, können auch dort große Schubregale unter der gesamten Breite der Treppenstufe angebracht werden, die sich auf Rollen bequem herausziehen lassen. Die mobilen, aus Holzplatten maßgefertigten Schränke sind entlang der unteren Kante der Treppenstufen abgeschrägt, sodass sie sich dem Verlauf der Treppe anpassen. Weil die Schubregale Platz zum Herausrollen brauchen, muss der Dielenraum davor entsprechend freigehalten werden.
Zoombild
Foto: ÖkoControl
Dachschrägen und Nischen optimal nutzen
Zwar gibt es Borde und Regale für jeden Zweck und in jeder Größe. Doch die Flexibilität eines Regalsystems zeigt sich erst bei zunehmendem Schwierigkeitsgrad – etwa wenn es darum geht, ein passendes Regal für das Ober- oder Dachgeschoss zu finden, das die vom Dach vorgegebenen Schrägen passgenau ausnutzt. Hier bieten sich Maßanfertigungen vom Tischler oder dem Regal-Fachbetrieb in der Nähe an.
Wer handwerklich selbst aktiv werden möchte, muss berücksichtigen, dass die Seitenwände und einzelnen Bodenplatten individuell zugeschnitten werden müssen, um das Regal auf die unterschiedlichen Tiefen anzupassen.
10 Tipps für den Regalkauf
1. Belastbarkeit richtig einschätzen!
Vor dem Kauf ist zu bestimmen, was in dem Regal verstaut werden soll und mit welchen Belastungen zu rechnen ist. So wiegen etwa Schuhe längst nicht so viel wie Bücher, die auf einem Regalboden von 90 Zentimetern Länge gut 14 bis 20 Kilogramm Gewicht zusammenbringen. Die Tablare dürfen daher nicht zu dünn sein, sonst biegen sie durch. Fragen Sie den Verkäufer gezielt nach der Belastbarkeit der Einlegeböden oder Schubladen.
2. Sicherheitsnormen beachten
Ein weiteres Kriterium ist die Standfestigkeit des Möbels. Gerade hohe Bücherregale bergen mit ihrer geringen Tiefe und ihrem hohen Gewicht ein Gefahrenmoment, das nicht zu vernachlässigen ist. Abhilfe kann dann nur die Befestigung an der Wand oder ein stabiler Unterbau mit größerer Tiefe schaffen.
3. Welche Materialien geeignet sind
Überlegen Sie sich, welche Materialien Sie bevorzugen. Im Wohnbereich können etwas edlere Massivholzregale etwa aus Buche, Ahorn oder Erle richtig sein, für versteckte Ecken, Winkel und Keller sind günstigere Hölzer wie Kiefer oder Fichte völlig ausreichend. Aber auch furnierte oder lackierte Oberflächen und die Kombination mit anderen Materialien wie Glas, Metall, Flechtwerk oder Acryl sind möglich.
4. Unverzichtbar: genaue Skizzen anfertigen
Gerade für individuelle Entwürfe, um kleine Nischen und vertrackte Ecken zu nutzten, ist eine sorgfältige Skizze unverzichtbar. Daher den Bereich besonders penibel ausmessen und vor allem mögliche Vorsprünge durch Fußleisten beachten sowie Fenster, Heizkörper, Lichtschalter und Wandschrägen. Gut zu wissen: Viele Regalfachgeschäfte bieten einen kostenlosen Ausmess-Service vor Ort an, der ärgerliche Messfehler vermeiden hilft.
5. Platzbedarf ermitteln
Man sollte vorab genau einschätzen, wie viel Stauraum für welche Dinge benötigt wird. Am besten ist es, eine Liste mit allen Sachen anzufertigen, die im neuen Regal Platz finden sollen. Daraus bemisst sich dann die Anzahl der Fächerböden oder nützliches Zubehör wie integrierbare Schubladen für unhübschen Kleinkram.
6. Gütezeichen erleichtern die Auswahl
Regale zählen zu den Schrankmöbeln – im Fachhandel gekauft, belegt das RAL-Gütezeichen, dass Tragfähigkeit, Belastbarkeit und Qualität rundum stimmen. Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel führt dazu zahlreiche Tests im Möbelprüflabor durch.
7. Buntes Durcheinander vermeiden
Um in den offenen Regalböden „buntes Durcheinander“ zu vermeiden, sollte die Regalfront relativ einheitlich aussehen. Wichtiger Kleinkram kann auch in Weidekörben verstaut werden, um dem Innenleben zumindest von außen einen ruhigen Look zu geben. Legen Sie dafür aber ein durchgängiges Farbkonzept fest.
8. Wann sind maßgeschneiderte Lösungen sinnvoll?
Regale für schräge Nischen sind eine besondere Herausforderung, die man besser dem Fachmann überlässt, weil alle Regalböden dem Verlauf der Dachschräge folgen müssen. Für einen Tischlerbetrieb oder ein Regalfachgeschäft ist das eine leichte Aufgabe, an der sich der Hobbybastler leicht übernimmt.
9. Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
Die Preisunterschiede für Regale sind erheblich und resultieren vor allem aus den verwendeten Materialien und Qualitäten. So ist ein schlichtes Regal aus unbehandeltem Holz in Normmaßen (170 x 70 x 30 Zentimeter) und mit offenen Seitenteilen im Bau- oder Möbel-Abholmarkt oft schon für unter 50 Euro erhältlich. Mit zunehmender Qualität und Verarbeitung und je nach verwendeter Holzart steigt auch der Preis. Für mögliche spätere Erweiterungen sind Möbelsysteme aus dem Fachmarkt zu empfehlen, für die es eine Nachkaufgarantie gibt.
10. Anfertigung beim Schreiner
Für komplizierte Ecken und Dachschrägen empfiehlt sich die Maßanfertigungen vom Schreiner. Auch hier gilt generell, dass ein Regal aus einfach verarbeitete Brettern sicher günstiger zu bekommen ist als hochwertige Lösungen oder Hölzer mit besonderer Oberflächenbehandlung. Um einen Preisüberblick zu erhalten, sind mehrere Kostenvoranschläge ratsam.
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