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Foto: licht.de

Licht von Anfang an mitplanen

Bei der Inneneinrichtung wird die Lichtplanung häufig vergessen. Ein Fehler, der lange nachwirken kann, denn was am Anfang nicht eingeplant wird, kann zum Teil nur schwer nachgeholt werden. bauemotion sprach mit Monique Lander, Lichtplanerin bei light & more in Berlin.
Haben Sie den Eindruck, dass Menschen, die ihre Einrichtung planen, dem Thema Beleuchtung die angemessene Bedeutung beimessen?
Monique Lander: Nein, die Lichtplanung wird häufig stiefmütterlich behandelt. Im Nachhinein stellt sich das oft als Problem heraus und muss später in Angriff genommen werden. Allerdings ist dann die Installation der richtigen Beleuchtung meist mit größeren Kosten verbunden, weil im Idealfall die Installationen unter Putz gelegt werden und man hier einen großen Aufwand treiben muss, um Korrekturen vorzunehmen. Oder man muss die begrenzten Gestaltungsmöglichkeiten in Kauf nehmen. Also sollte eine Lichtberatung grundsätzlich immer schon in der Planungsphase erfolgen.
Nutzen Ihre Kunden die verschiedenen Beleuchtungsmöglichkeiten in ihrer ganzen Bandbreite oder sind eher herkömmliche Lösungen gefragt?
Lander: Wenn im Vorfeld über die Beleuchtung nachgedacht wird, dann werden die Möglichkeiten vielfältig genutzt. Da sind die Käuferinnen und Käufer offen. Später kann man dann oft nur auf herkömmliche Lösungen zurückgreifen — also zum Beispiel Tisch-, Hänge- oder Stehleuchte.
Auch im Flur auf gute Beleuchtung achten. Foto: licht.de
Welches Licht wird wo gebraucht?
Lander: Im Arbeitsbereich und in der Küche ist helles Licht ganz wichtig. Im Badezimmer ist es ideal, links und rechts vom Spiegel Lichtquellen zu haben und noch eine große Beleuchtung dazu. Außerdem vielleicht ein gemütliches Licht zum Entspannen. Das können auch Kerzen sein, also natürliches Licht. Auch diese Möglichkeiten berücksichtigen wir in unserer Arbeit. Grundsätzlich gibt es in der Lichtplanung zwei Ansätze: einmal das reine Situationslicht und dann die Kombination aus Situationslicht und Raumlicht. Manche Menschen brauchen dieses allgemeine Raumlicht gar nicht und verzichten bewusst darauf. Beim Situationslicht muss man unterscheiden: das Leselicht, eine gemütliche Inselbeleuchtung am Esstisch und helles Licht im Arbeitsbereich.
Die Beratung muss nicht immer extra kosten
Welche Summe muss ich für die Lichtplanung ungefähr einplanen, wenn ich ein durchschnittliches Einfamilienhaus einrichten möchte?
Lander: Für die reine Planung müssen etwa 500 bis 1500 Euro eingerechnet werden. Im Einzelfall kann das aber stark variieren. Das kommt etwa darauf an, ob wir auch einen Elektroplan inklusive der Steckdosen machen oder ob nur eine allgemeine Beratung stattfindet und der Elektriker die Umsetzung komplett übernimmt. Ganz oft ist es aber so, dass Lichtplaner auch Leuchten vertreiben — dann ist die Beratungsleistung im Kauf der Leuchten schon enthalten.
Welche Summe muss ich für die Lichtplanung ungefähr einplanen, wenn ich ein durchschnittliches Einfamilienhaus einrichten möchte?
Lander: Für die reine Planung müssen etwa 500 bis 1500 Euro eingerechnet werden. Im Einzelfall kann das aber stark variieren. Das kommt etwa darauf an, ob wir auch einen Elektroplan inklusive der Steckdosen machen oder ob nur eine allgemeine Beratung stattfindet und der Elektriker die Umsetzung komplett übernimmt. Ganz oft ist es aber so, dass Lichtplaner auch Leuchten vertreiben — dann ist die Beratungsleistung im Kauf der Leuchten schon enthalten.
Indirektes Licht und mehrere Leuchten im Sofabereich. Foto: Rolf Benz
Welche Tipps haben Sie, um sich auch ohne Lichtplanung eine gemütliche Beleuchtung zu schaffen?
Lander: Viel indirektes Licht ist sicher ein guter Weg zu einer gemütlichen Beleuchtung. Und tendenziell sind mehr Leuchten nötig, als die meisten Menschen annehmen. Im Couchbereich etwa zwei, drei oder vier Lichtquellen. Denn es ist schöner, viele Leuchten mit geringer Leistung zu haben als eine mit sehr hellem Licht. Außerdem kann man sich überlegen, ob das helle Raumlicht überhaupt notwendig ist. Als Alternative ist ein Deckenspot geeignet, der etwas anstrahlt oder zur Orientierung nur einen Lichtkegel wirft. Natürliches Licht ist auch eine tolle Möglichkeit, Räume gemütlicher zu gestalten: Kerzen am Esstisch sind wunderbar für die Atmosphäre. Wer davon genug hat, braucht auch keine ausziehbare Leuchte, wenn Besuch kommt und der Tisch vergrößert wird. Hier kann man sehr gut mit großen Kerzenlüstern arbeiten, die links und rechts von der eigentlichen Lichtquelle aufgestellt werden. Auch Lichtobjekte erzeugen eine schöne Stimmung — und sehen gut aus. Wer sich solche Objekte ins Zimmer stellt, riskiert auch nicht, dass der Raum hinterher wie ein Lampenladen aussieht.
Kinderzimmer sind fast immer zu dunkel
Welche Beleuchtungssünden beobachten Sie häufig in deutschen Haushalten?
Die häufigste Beleuchtungssünde ist ganz klar der Umstand, dass man sich überhaupt keine Gedanken über das Licht macht. Manchmal sind sogar die richtigen Leuchten da, aber eben am falschen Platz oder mit dem falschen Leuchtmittel. Oft sind auch zu wenige, dafür aber ganz helle Leuchten im Raum, was keine schöne Atmosphäre schafft. Kinderzimmer werden hingegen häufig zu wenig beleuchtet. Auch Flure sind oft zu dunkel. Generell sind meist zu wenig Leuchten vorhanden. Und wenn es verschiedene Leuchten gibt, dann sind die Menschen oft zu bequem, sie anzuschalten. Noch ein konkretes Beispiel: Pendelleuchten über dem Couchtisch sind immer noch beliebt, aber eigentlich ganz unnötig. Häufig stören sie das Blickfeld; und zu hoch aufgehängt sehen sie nicht mehr gut aus. Pendelleuchten generell hängen oft zu hoch — auch am Esstisch. Sie sollten auf Augenhöhe der größten Person sein, ansonsten gucken alle in das Leuchtmittel hinein und das Licht blendet. 55 bis 60 Zentimeter über dem Tisch sind ein guter Richtwert.
Es gibt Ersatz für die herkömmliche Glühlampe
In den kommenden Jahren wird die Glühlampe nach und nach vom Markt verschwinden. Wir wirkt sich das auf die Beleuchtungsmöglichkeiten aus? Und welche Alternativen gibt es?
Lander: Man kann Glühlampen grundsätzlich gut ersetzen, aber nicht zu hundert Prozent. Da gibt es etwa Hochvolt-Halogenlampen in der klassischen Glühlampenform. Aber Halogenlicht hat die Eigenschaft, dass es ein bisschen klarer und heller ist. Dem kann man mit Dimmern entgegenwirken oder auch mit entsprechenden Lampenschirmen, die das Licht dämpfen. Wir gehen außerdem davon aus, dass die Industrie schnell entsprechende Produkte auf den Markt bringen wird, um den Verlust der Glühlampe auszugleichen — etwa Halogenlampen mit anderen Tönungen. Eine weitere Alternative sind Leuchtdioden, kurz LED. Hiermit kann man heute schon ganze Räume oder Häuser ausleuchten — allerdings ist das momentan noch mit sehr hohen Kosten verbunden.
Eignen sich nicht auch Energiesparlampen?
Lander: Energiesparlampen machen bei Weitem kein so schönes Licht wie Glühlampen, obwohl es ein paar Modelle mit etwas weicheren Lichttönen gibt. Das ist sicherlich Geschmackssache.
Stichwort Steuerungssysteme: Ist das noch Zukunftsmusik oder werden diese Systeme schon häufig eingesetzt?
Lander: Es gibt heute schon sehr gute Systeme zur Lichtsteuerung, die finanziell überschaubar sind. Es muss ja auch nicht das ganze Haus daran angeschlossen sein — manchmal genügen einzelne Räume, in denen auf eine gute Beleuchtung großer Wert gelegt wird.
Welche Trends beobachten Sie momentan? Was wird bei Ihnen stark nachgefragt?
Lander: Individualisierung ist ein starker Trend. Das heißt: Jeder möchte genau das Passende für sich haben. Und das sieht natürlich für jeden anders aus. Insofern kann fast alles Trend sein. Bei den Materialien sind mattes Nickel und weißes Opalglas sehr gefragt. Im gehobenen Bereich ist aber wirklich Individualität Trumpf.
Weitere Informationen unter www.light-more.de
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