Unverzichtbar: Solarmodule für warmes Wasser. Foto: Viessmann
Welche Heizung für mein Haus?
Gas oder Öl, Wärmepumpe oder Pelletkessel? Das Angebot an Heizsystemen und Energieträgern ist größer denn je. Aber welches System garantiert auch in Zukunft möglichst niedrige Heizkosten?
Sobald die Heizsaison begonnen hat, geht’s wieder los: Die stärkere Nachfrage sorgt zuverlässig für den nächsten Preisschub. Dann setzen die Beschwichtigungen der jeweiligen Energielieferanten ein, die vor allem potenziellen Bauherren und Modernisierern versichern, dass der Energieträger, den sie liefern, auf Jahrzehnte der beste, sicherste, günstigste sei.
Nur: Was ist dran? Wie werden sich die Energiepreise weiter entwickeln? Das lässt sich nur schwer vorhersagen. Wer allerdings eine neue Heizung einbaut, will natürlich trotzdem wissen, worauf er sich für die durchschnittliche Lebenszeit der Technik, also 15 bis 20 Jahre, einlässt.
Für einen Kostenvergleich spielen drei Positionen eine Rolle: 1. die Kosten für die Installation der Anlage; 2. die Kosten des Betriebs, etwa für Wartung; 3. die Verbrauchskosten, also das, was für den Energieträger zu bezahlen ist.
Dabei fällt Folgendes auf: Die Wärmepumpe ist in der Anschaffung besonders teuer, im Betrieb dagegen ungeschlagen günstig. Andersherum ist es bei der Gasbrennwertheizung, die günstig zu installieren, aber vergleichsweise teuer zu betreiben ist. Rechnet man nun die Investitionskosten auf eine Nutzungsdauer von 15 Jahren um und nimmt die aktuellen Energiepreise zum Maßstab, ist eine Zentralheizung, die Holzscheite verfeuert, die günstigste Lösung, gleich danach kommt die Ölheizung.
Aber gerade hier wird deutlich, wie kompliziert ein solcher Vergleich ist. Alle Experten gehen davon aus, dass die Kosten der fossilen Brennstoffe Öl und Gas in den nächsten Jahren deutlich steigen werden. Dann werden Heizsysteme interessant, die relativ teuer in der Anschaffung sind - Wärmepumpe, Holzpellet-Heizung - aber wenig verbrauchen oder mit billigen Energieträgern heizen.
Wobei in den vergangenen Monaten Holzpellets aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage kräftig teurer geworden sind - der Beginn eines Trends? Die Wahl des Heizsystems, so scheint es, ist eine Wette auf die Zukunft. Eine ungemütliche Vorstellung, zumal wenn man die Entwicklung der Energiekosten in den vergangenen zehn Jahren betrachtet.
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Heizanlagenvergleich
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Holzpellets
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Scheitholz
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Gas-Brennwert
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|
Investitionskosten
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16.300
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13.300
|
11.800
|
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Investitionskosten pro Jahr bei einem Nutzungszeitraum von 15 Jahren
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1.087
|
887
|
787
|
|
Betriebsgebundene Kosten pro Jahr
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440
|
380
|
260
|
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Verbrauchsgebundene Kosten pro Jahr
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640
|
490
|
890
|
|
Gesamtkosten pro Jahr
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2.167
|
1.757
|
1.937
|
Gibt es keine Möglichkeiten, sich mehr Unabhängigkeit von dieser Entwicklung zu verschaffen? Die gibt es. Die erste: Solarthermie, die Nutzung der Sonne für Heizung und warmes Wasser. Diese Technik taucht in der Tabelle nicht auf, weil sie, abgesehen von besonderen Ausnahmen, kein vollwertiges Heizsystem bieten kann.
Eine Anlage zur Brauchwassererwärmung, die etwa 60 Prozent des jährlichen Warmwasserbedarfs abdeckt, kostet ab etwa 4.000 Euro, sollen die Sonnenkollektoren auch die Heizung unterstützen, kostet das System 8.000 bis 10.000 Euro. Beide haben sich nach etwa 15 Jahren amortisiert. Jeder Quadratmeter Kollektorfläche gewinnt jährlich 300 bis 500 Kilowattstunden Energie, die nicht mehr auf herkömmliche Weise erzeugt, für die keine Rechnung bezahlt werden muss.
Die zweite Möglichkeit, sich von den Energiepreisen zumindest teilweise abzukoppeln: konsequente Wärmedämmung. Je geringer der Wärmebedarf, umso weniger Gas, Öl, Holz muss verfeuert werden.
Und so lässt sich die Diskussion um die richtige Heizanlage auch andersherum führen: Reduziere ich den Verbrauch, können hohe Energiepreise mich nicht mehr schrecken. Dann kann ich bei der Wahl des Systems vor allem auf günstige Investitionskosten achten. Im Vorteil: die Gasbrennwertheizung.
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Heizanlagenvergleich
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Heizöl
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Flüssiggas
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Wärmepumpe
|
|
Investitionskosten
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13.200
|
13.700
|
21.600
|
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Investitionskosten pro Jahr bei einem Nutzungszeitraum von 15 Jahren
|
880
|
913
|
1.440
|
|
Betriebsgebundene Kosten pro Jahr
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300
|
300
|
170
|
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Verbrauchsgebundene Kosten pro Jahr
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650
|
1.180
|
470
|
|
Gesamtkosten pro Jahr
|
1.830
|
2.393
|
2.080
|
|
Alle Kosten in Euro. Die Summen sind nicht mehr als Richtwerte, die tatsächlichen Kosten können je nach Region, Heizkessel, Energieanbieter und installierendem Betrieb zum Teil erheblich differieren. Der Vergleich in der Spalte „verbrauchsgebundene Kosten“ geht zudem von den aktuellen Energiepreisen aus. Seriöse Prognosen für die Entwicklung der Preise der verschiedenen Energieträger über die nächsten 15 Jahre sind nicht möglich.
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