Attraktiv und nützlich: Verstellbare Schiebeläden prägen die Ansicht. Hersteller Griffner

Individuelle Fertighäuser: Gute Architektur inklusive

Immer mehr Bauherren wollen kein Haus von der Stange, sondern ein individuell geplantes. Darauf hat sich die Fertighaus-Branche eingestellt. Mit überzeugenden Angeboten.
Zoombild
Das Holzdeck vor dem Haus: ein warmer Kontrapunkt
Zoombild
Mut zur Farbe belebt den von Licht durchfluteten Raum.
Zoombild
Nicht einfach ein Essplatz: eine großzügige Tafel
Daten und Fakten
Hersteller
Griffner
Wohnfläche
260 m2
Dämmung
Zellulose
U-Wert
Außenwand 0,16
Dach 0,15
Heizung
Wärmepumpe
Preis
als Ausbauhaus
ab 377.000 Euro
Infos
Wahrscheinlich liegt es am Namen. „Fertighaus“: Das klingt wie Fertig-Pizza, und die ist ja auch nicht so lecker wie die vom Italiener aus dem Holzofen. Ähnliche Vorbehalte kennen die Hersteller von Fertighäusern nur zu gut, wenn sie mal wieder mit dem Vorurteil zu kämpfen haben, ihre Häuser seien den Stein auf Stein gemauerten letztlich doch unterlegen. „Unsinn!“ sagen sie. Und haben Recht. Fachleute bestätigen immer wieder, dass die Bauqualität vieler Fertighäuser den von konventionell gebauten Häusern ebenbürtig ist. Das hat zuletzt ein Gutachten der Dekra bestätigt. Ob ein Bauherr sich für ein massives oder ein Fertighaus entscheide, so die Dekra, sei keine Frage der Qualität, sondern eher eine der Philosophie.
Trotzdem ist Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau, nicht zufrieden: „Der größte Bremsklotz für die Fertighausbranche ist der Name. Aus der Anfangszeit der Fertighäuser, als tatsächlich vieles gemacht wurde, was heute niemand mehr macht, gibt es vor allem bei Älteren Vorurteile.“ Er meint damit: triste Häuser von mieser Qualität, die vor Jahrzehnten gebaut wurden. Auch Dagmar Fitz, Architektin und Geschäftsführerin des Allgäuer Ökohausherstellers Baufritz, attestiert der Branche ein Imageproblem: „Was der Volksmund unter einem Fertighaus versteht, ist das Typenhaus ‚Hannelore’ ohne großen Qualitätsanspruch. Der Kunde sieht nicht, welche Entwicklung die Branche gemacht hat.“ Auch Johannes Schwörer, Chef von Schwörer-Haus, stimmt ein: „Unsere Individualität ist im Markt noch nicht angekommen.“
Das ist in der Tat ungerecht. Denn ein Haus zu bauen, das aus der Fabrik kommt, heißt tatsächlich längst nicht mehr, sich mit Massenware zufriedenzugeben.
Platz
Zoombild
Holzveranda, Klappläden, breiter Dachüberstand - ein Landhaus
Zoombild
Die Veranda - im Sommer das zweite Wohnzimmer
Zoombild
Schönes Gestaltungselement: die sichtbaren Dachbalken
Zoombild
Behaglicher Landhausstil mit Sprossenfenstern
Daten und Fakten
Hersteller
Platz
Wohnfläche
156 m2
Dämmung
Mineralwolle
U-Wert
Außenwand 0,19
Heizung
Gasbrennwert
Preis
auf Anfrage
Infos
Moderne Fertighäuser gibt es in allen erdenklichen Stilrichtungen und Ausführungen, von rustikal bis romantisch, als Ökohaus oder luxuriöse Villa, als Komplettangebot oder als Ausbauhaus für geübte Heimwerker. Immer mehr Hersteller bieten sogar an, vom Architekten des Hauses auf den Bauherrn abgestimmte Entwürfe zu realisieren. „30 Prozent unserer Kunden wollen das Typenhaus“, berichtet Ralph Mühleck, geschäftsführender Gesellschafter von WeberHaus, „45 Prozent moderat individualisiert, 25 Prozent komplett individuelle Entwürfe - darauf sind wir eingerichtet.“
Was ist das eigentlich: ein Fertighaus? Im Unterschied zum konventionellen Haus, das Stein für Stein an der Baustelle aufgemauert wird, entsteht es zunächst in der Fabrik. Alle Bauteile, von den Wänden bis zur Dachkonstruktion, werden in Holzständer- oder Holztafelbauweise in der Montagehalle komplett fertiggestellt und auf dem Tieflader zur Baustelle gefahren. Der Aufbau dort dauert ein bis drei Tage, der Innenausbau, wenn ihn der Hersteller erledigt, etwa drei Monate, wenn die Bauherren ihn selbst übernehmen, entsprechend länger. Ist das Haus fertig, kann ein Laie dessen Herkunft aus der Fabrik nicht mehr erkennen: Die Konstruktion verschwindet komplett hinter einer ganz normalen Fassade aus Putz, Klinker oder Holz. „Und die ist aus technischer Sicht nicht weniger beständig als die eines Massivhauses“, sagt der Architekt Alwin Muschter, Experte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Dabei ist die Vielfalt enorm: Allein in den 18 großen deutschen Musterhauszentren stehen 560 Häuser zur Besichtigung, vom einfachen Starterhaus bis zur Millionen-Villa.
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