Oberflächenschäden (Faserzementdeckungen)
Baulexikon
Bei den Oberflächenschäden an Faserzementplatten werden Platten ohne Beschichtung und Platten mit Farbbeschichtung unterschieden.
Platten ohne Farbbeschichtung
Dachdeckungen wurden zu Zeiten des Asbestzementes mit unbeschichteten Dachplatten in naturgrauer Zementfärbung hergestellt. Derartige, teilweise bis zu 100 Jahre alte Deckungen sind heute noch ohne nennenswerte Schäden. Die Anwendung von Faserzementplatten ohne eigene Farbbeschichtung erfuhr mit der Entwicklung der großformatigen, dampfgehärteten Platten eine erhebliche Verbreitung. Normal erhärtete Platten lassen sich durch Pigmentierung der Mischung zwar einfacher herstellen, sie neigen jedoch sehr stark zu Ausblühungen - besonders in noch sehr jungem Zustand. Bei dampfgehärteten Platten ist der Anteil ausblühfähigen freien Kalks nach Beendigung des Härtevorgangs sehr gering und liegt etwa um 1,5 Masseprozent. Dennoch wurden auch bei derartigen Platten Ausblühungen beobachtet. Weitere Oberflächenschäden ergeben sich aus Verfärbungen, Ausblühungen bzw. Auslaugungen und Verschmutzungen.
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Verfärbungen
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Das Abbinden bei Dampfhärtung ergibt auf den Platten Oberflächenschleier, die noch im Werk abgeschliffen werden. Dadurch wird die Oberfläche geöffnet und die Wasseraufnahme begünstigt. Bei unterschiedlichem Wasserverlauf, der witterungsbedingt praktisch nie auszuschließen ist - durch entsprechende Detailausbildungen aber verstärkt oder gemildert werden kann - markieren sich nach einigen Jahren Liegezeit die Wasserabläufer dermaßen, dass sie auch bei trockenen Platten sichtbar sind. Abhilfe ist nur durch Oberflächenbeschichtung möglich. Häufig kann zwischen Verfärbungen infolge Bewitterung und Verschmutzungen nicht unterschieden werden.
Schäden durch Verfärbungen infolge Pigmentstörungen sind sowohl an unbeschichteten als auch an beschichteten Asbestzementdeckungen zu beobachten. Ein Beispiel hierzu stellen die dampfgehärteten, dunkelgrau durchgefärbten Platten dar. Derartige Platten erhalten ihre Farbe mit einer Durchfärbung der Mischung mittels Eisenoxidpigmenten. Eisenoxidpigmente gibt es in schwarzer (Eisen-II-Oxid) und brauner Farbe (Eisen-III-Oxid). An einigen Objekten konnte beobachtet werden, dass nach kurzer Liegezeit die dunkelgrau eingefärbten Platten rostbraune Flecken bekamen. Durch entsprechende Laboruntersuchungen konnte ermittelt werden, dass die Verfärbungen durch teilweisen Umschlag von schwarzen Eisenoxidpigmenten in rostrote Pigmente zu erklären waren. Dieser Umschlag war bereits werkseitig bei der Dampfhärtung erfolgt, wurde jedoch erst sichtbar als nach Bewitterung rostrotes Eisenoxid mit dem kapillaren Wassertransport nach außen transportiert wurde und sich an den Oberflächen absetzte.
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Ausblühungen
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Oberflächenmängel können verstärkt auftreten, wenn Salzausblühungen die Oberflächenrauigkeit verstärken. Als Ausblühungen bezeichnet man das oberflächige Austreten von Salzen, die auf dem Wege der kapillaren Wasserwanderung mit an die Oberfläche geschwemmt werden und nach Verdunstung des Wassers dort verbleiben. Meist handelt es sich um lösliches Kalkhydrat, das im Luftkontakt mit dem Kohlendioxid zu Kalkstein karbonatisiert. In noch jungem Zustand haben Asbestzement- und Faserzementplatten noch erhebliche freie Kalkhydratanteile, die ausblühfähig sind. Bei unbeschichteten Platten hat man für einige Produktgruppen versucht, die Ausblühneigung durch Hydrophobierung der Oberflächen zu vermindern, jedoch bisher mit nicht überzeugendem Erfolg.
Platten mit Farbbeschichtung
Faserzementplatten werden heute üblicherweise mit einer Farbbeschichtung hergestellt. Als Schäden an der Farbbeschichtung sind Salzausblühungen, chemische Umsetzungen in der Oberfläche, Auslaugungen und Verschmutzungen zu nennen.
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Ausblühungen
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Ausblühungen an beschichteten Faserzementplatten sind praktisch nur bei silikatischen Beschichtungen bekannt. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Dichtigkeit derartiger Beschichtungen nicht besonders hoch ist, was aus Gründen der Wasserdampfdurchlässigkeit und des Verformungsverhaltens positiv zu werten ist. So benötigen Platten mit Silikatanstrichen keine Rückseitenabdichtung um Verkrümmungen zu vermeiden. Häufig sind auch Ausblühungen an der Rückseite der Platten, die über die Überdeckungen nach außen laufen, für die Oberflächenmängel maßgebend.
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Chemische Umsetzungen
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Chemische Umsetzungen in den Platten sind oftmals die Folge des Schadstoffgehaltes in der Atmosphäre bzw. der Niederschläge. Ein Beispiel für die Zerstörung eines silikatischen Anstrichs durch Schwefeldioxid stellen die Schäden an Klein- und Mittelformaten dar, die um 1960 vielfach eingesetzt wurden. Bei diesen Platten war auf einer normal erhärteten Asbestzement-Trägerplatte eine Beschichtung mit farbigem Wasserglas aufgebracht. Durch die steigende SO2-Belastung, die durch Oxidation zu einer Schwefelsäurebelastung wird, bildet sich aus dem Alkaligehalt des Wasserglases Natriumsulfat. Dieses kann sich unter dem Beschichtungsfilm sammeln. Das Natriumsulfat hat bei 32 °C einen kristallinen Umwandlungspunkt. Die Umwandlung ist mit einer Volumenänderung von ca. 40 % verbunden, was erklärt, dass bei höherer SO2-Belastung Farbablösungen durch den Natriumsulfat-Kristalldruck entstehen können.
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Auslaugungen
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Auslaugungen als Schäden an Faserzementplatten werden beobachtet, wenn durch ungünstige Lagerung im Plattenstapel an den Oberflächen entsprechende chemische Vorgänge stattfinden. An Faserzementplatten aus Asbestzement mit silikatischer Beschichtung kann es zur Bildung dunkler Flecken kommen, die sich deutlich von der Beschichtungsfarbe unterscheiden. Die Flecken kommen streifenförmig oder flächig, ohne scharfe Umrandung, vor. Ursache für diese Erscheinung kann ein bei falscher Lagerung während des Transports entstehender Wasserfilm sein. Dieser ist in der Lage die Deckschicht der Platte anzugreifen, da aus der Rückseite der aufliegenden Platte alkalische Stoffe ausgelöst werden können, die einen pH-Wert größer als 11 annehmen. Hierdurch wird der eigentlich wasserunlösliche Slilkatanstrich in wasserlösliches Wasserglas Na2SiO3 umgewandelt. Die Folgen sind Anätzungen der Farbschicht, die optisch auffällig sind.
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