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Platzsparend: eine Infrarotheizung, die gleichzeitig auch ein Spiegel ist. (Foto: Etherma)

Infrarotheizung: Wärmequelle für Spezialfälle

Die Vor- und Nachteile einer Infrarot- oder Wärmewellenheizung sind selbst unter Fachleuten umstritten. Es gibt aber einige spezielle Wohn- und Nutzungssituationen, in denen eine Infrarotheizung eine interessante Alternative darstellt.
Eine Infrarotheizung spendet Wärme auf Knopfdruck, braucht keine Anlaufzeit und ist bei der Installation unschlagbar günstig: Das sind die Vorteile, mit denen Hersteller und Verkäufer für die Infrarot- oder Wärmewellenheizung werben. Allerdings gibt es auch Verbraucher, die Erfahrung mit einer Infrarotheizung gesammelt haben und vor hohen Stromkosten warnen.
Eine Infrarotheizung auf elektrischer Basis, auch „Wärmewellenheizung“ genannt, funktioniert mit einer Heizspirale oder einem Quarz-Heizstab. Dieses Bauteil erhitzt eine Fläche, die Infrarotstrahlen in den Raum abgibt. Die Abstrahlfläche kann unter anderem aus Blech, Keramik, Glas oder Naturstein bestehen. Durch die sehr flache Bauform der Heizung ergeben sich ungewöhnliche Möglichkeiten zur Gestaltung – etwa wie ein Bild an die Wand gehängt oder wie eine Skulptur im Raum platziert.
Zoombild
Herkömmliche Heizungen (links) erwärmen die Luft in einem Kreislauf. Die warme Luft steigt auf, bewegt sich an der Decke entlang, kühlt ab und sinkt wieder nach unten. Die Erfahrung zeigt, dass eine Infrarotheizung die umliegende Luft kaum erwärmt. Stattdessen strahlt sie Wärme aus, die von den umliegenden Gegenständen oder menschlichen Körper aufgenommen wird. (Grafiken: Mone Beeck)
Angenehme Wärmewellenheizung
Eine Zentralheizung mit herkömmlichem Heizkörper temperiert in erster Linie die Luft, die sich dann im Raum verteilt. Die Strahlen aus der Infrarotheizung wärmen dagegen direkt alle Oberflächen sowie die Haut der Bewohner. Fast alle Menschen nehmen diese Wärme als angenehmer wahr als die konventioneller Heizkörper. Da es kaum temperaturbedingte Verwirbelungen von Raumluft und Hausstaub gibt, gelten Wärmewellenheizungen als schonend für Allergiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen.
Allerdings kann auch jeder, der bereits Erfahrung mit einer Infrarotheizung gesammelt hat, einen Nachteil nennen: Wie bei normalem Licht werfen Möbel oder verwinkelt geschnittene Räume in der Infrarotstrahlung „Wärmeschatten“. Deshalb ist es wichtig, die Elemente der Wärmewellenheizung so zu verteilen, dass möglichst wenig unbestrahlte Bereiche entstehen.
Wie viel kostet die Infrarotheizung?
Daneben bestimmen die Kosten die Entscheidung für oder gegen eine Infrarotheizung. Bei der Installation spielt die Technik ihren Preisvorteil aus. Ein kleines Einfamilienhaus kann man Herstellern zufolge schon für 3000 bis 4000 Euro Materialkosten mit Infrarotstrahlern ausrüsten. Das Problem sind die laufenden Ausgaben. Eine Infrarotheizung braucht Strom. Elektrische Heizenergie ist aber deutlich teurer als der Brennstoff einer Zentralheizung. Außerdem treten bei der Erzeugung im Kraftwerk, in den Leitungen und schließlich bei der Umsetzung in Wärme Energieverluste auf. Beim direkten Heizen mit Brennstoffen fallen die Verluste geringer aus.
Zoombild
Eine Infrarotheizung bietet sich in den Räumen an, die keinen Anschluss zum zentralem Heizkreislauf haben. (Foto: Etherma)
Auf Berater mit Erfahrung bauen
Unter dem Strich ergibt eine Infrarotheizung in solchen Räumen Sinn, die nur selten geheizt werden und deren Anschluss an die Zentralheizung zu aufwändig wäre. Das kann eine zur Werkstatt umgebaute Garage sein, ein Hobbyraum auf dem ansonsten ungeheizten Dachboden oder ein Gartenhaus, in dem gelegentlich eine Party gefeiert wird.
Vor allem sollte die Installation einer Infrarotheizung immer individuell von Zuschnitt und Nutzung der Immobilie abhängig gemacht werden. Am besten zieht man einen unabhängigen Fachbetrieb zu Rate, der auf Erfahrung mit der Technik der Infrarotheizung zurückgreifen kann.
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  • Langer, Herbert schrieb am 17.02.2012 um 20:17:21 Uhr

    Sehr netter Artikel.
    Wie sieht´s denn aus, wenn man den Strom, der durch die Infrarotwärme verbraucht wird gleichzeitig per Photovoltaik auf dem eigenen Dach selbst produziert (und noch gefördert bekommt)? Rechnet sich das oder braucht die IR-Heizung zu viel Strom für normale Einfamilienhäuser und normale Sonnenleistung (kein Hochsommer)?
    Danke für den guten Artikel

     
     
     
     
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    • Redaktion schrieb am 20.02.2012 um 13:54:17 Uhr

      Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Inhalten.

      Grundsätzlich ist es sinnvoll, solar erzeugten Strom gleich an Ort und Stelle zu verbrauchen. Das leistet einen, wenn auch geringen, Beitrag zur Entlastung der Leitungsnetze und wird besonders gefördert. Für kleine Anlagen auf Wohnhäusern gibt es derzeit 8,05 beziehungsweise 12,43 Cent pro selbst verbrauchter Kilowattstunde. Der Ertrag ergibt sich aus dieser Vergütung zuzüglich der eingesparten Stromkosten.

      Allerdings bleibt auch bei der Speisung mit Sonnenstrom eine Infrarotheizung ungeeignet, um mit ihr das komplette Haus zu heizen, weil bei dieser Anwendung Verbrauch und Produktion stark antizyklisch ausfallen. Heizenergie wird im Winter ganztägig benötigt. Aber gerade im Winter fällt die Leistung der Solarmodule wegen des niedrigen Sonnenstands, häufiger Bewölkung und kurzer Tage gering aus. Im Frühjahr und Herbst entsteht ein möglicherweise noch stärkeres Missverhältnis: Tagsüber, wenn die Photovoltaik bereits wieder ordentliche Erträge liefert, ist es oft schon warm genug, um die Heizung ausgeschaltet zu lassen. Abends und nachts, wenn die Heizung benötigt wird, fließt kein selbst erzeugter Strom.

      Wer es genau wissen möchte, kann sich die Konstruktion aus PV-Anlage und Infrarotheizung einmal für seine konkrete Immobilie von einem unabhängigen Sachverständigen durchrechnen lassen.

      Beste Grüße,

      die Redaktion

       
       
       
       
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    • Jürgen Kurth, jkurth.colditz@gmx.de schrieb am 26.02.2012 um 12:38:40 Uhr

      Strom aus einer PV-Anlage lohnt sich auf jeden Fall.

      Doch auch sonst ist eine IR-Heizung rentabel. In einer Studie der TU Kaiserslautern wird nachgewiesen, dass auch mit Strom aus der Steckdose, also handelsüblicher Strombezug, eine IR Heizun sowohl in der Anschaffung als auch im laufenden Betrieb ökonomischer ist als eine Gasheizung.

       
       
       
       
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  • Hatzky, Torsten schrieb am 23.02.2012 um 22:04:43 Uhr

    Das beschriebene Prinzip ist schon sehr interessant. Aber ich habe eine Frage zur Gesundheit: Gibt es Informationen, in welchem Umfang so eine Infrarot-Heizung "Elektrosmog" erzeugt?

     
     
     
     
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  • S.Fertsch schrieb am 24.02.2012 um 00:36:46 Uhr

    Ich heize seit einem Jahr mit Infrarotplatten an der Zimmerdecke ein ganzes Haus auf mindestens 23 Grad Zimmertemperatur. Die großen Elemente verbrauchen 600 Watt, die kleinen 300. Insgesamt sind pro Stockwerk 3 900 Watt installiert. Im perfekt gedämmten, neugebauten Obergeschoss enstanden mir auf 120 Quadratmtern Wohnfläche an reinen Heizkosten rund 500 Euro. Dazu kamen Stromsteuer, Netzgebühr, EEG usw. und Mwst. mit rund 340 Euro. Das Untergeschoss ist noch nciht vollständig isoliert. Auch fehlen zum Teil noch neue Fenster. Hier waren die Heizkosten mehr als doppelt so hoch - aber immerhin niedriger als mit der alten Gasheizung. Im nächsten Jahr wird auch im Altbau die Bilanz so gut aussehen wie im Neubau.

    Ich bin mehr als zufrieden und fühle mich rundum wohl mit der Infrarotheizung. Kaum Staub, keine trockene Luft, keine kalten Füße und auch den Pflanzen geht es so gut wie nie. Sie wachsen einfach gigantisch.

    Wer wie ich zusätzlich eine Photovoltaikanlage auf das Dach schnallt, sollte unbedingt eine Batterie - gibt es leider leider erst seit kurzem und sie sind etwa Kühlschrank-groß - für den Sonnenstrom mit einbauen.Der eigene, kostenlose Strom fließt auch nachts, der noch bezuschusste Eigenverbrauch wird deutlich erhöht und die Strafsteuern und Netzgebühren sinken drastisch. Denn wie sich an der Rechnung oben ablesen läßt: Nicht der Stromverbrauch macht die Infrarotheizung vermeintlich teuer....

    Und noch eine persönliche Erfahrung zum Thema Infrarot :Auf Qualität zu achten kommt am Ende billiger als das billige Sonderangebot des No-Name-Anbieters: Mein - zum Glück zur einmal vorhandenes - Billig-Versuchsteil ignorierte den Thermostat völlig und heizte im Dauerbetrieb mit 700 Watt. Gute Infrarotheizungen sind mehr aus als an. Weil Wände, Böden und Möbel die Wärme speichern und zurückstrahlen. Ich würde nie wieder eine andere Heizung installieren.

     
     
     
     
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  • S.Fertsch schrieb am 24.02.2012 um 14:34:13 Uhr

    Noch eine Bemerkung zu meinem Kommentar von heute nacht: Ich verwende den Strom aus der Photovoltaikanlage nicht für die Heizung. Heizungsstrom ist billiger als der für den normalen Haushalt verwendete, liegt derzeit bei 13 bis 16 Cent pro Kilowattstunde. Außerdem sind die Leistungen der Anlage im Winter zu niedrig. Man sollte sich das gründlich durchrechnen lassen, was sich wie mit der jeweiligen Einspeisevergütung rechnet. Und außerdem hat sich ein Tippfehler eingeschlichen: Ich habe pro Stockwerk 3800 Watt an Redwell-Infrarot-Heizkörpern installiert.

     
     
     
     
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