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Wie möchte ich in Zukunft wohnen? (Foto: Hörnchen 118 / pixelio.de)

Kaufen oder mieten? Nicht nur eine Frage des Budgets

Eine sichere Wertanlage oder lieber Flexibilität? Es gibt viele Vergleichsrechnungen zwischen der Finanzierung für den Hauskauf und einer Mietzahlung. Ob Sie besser kaufen oder mieten, hängt von vielen Faktoren ab.
„Der Immobilienkauf ist – sofern es sich um Wohnungen oder Häuser für den Eigenbedarf handelt – eine hoch emotionale Angelegenheit!“, weiß Olaf Varlemann von der Baufinanzierungsberatung baufi-nord.de aus Erfahrung. Der Wunsch, in den eigenen vier Wänden zu leben, lässt rationale Gegenargumente oft verblassen. Es lohnt sich aber, das Für und Wider einer solchen Entscheidung gut abzuwägen.
Lieber mieten statt kaufen – falls doch etwas dazwischen kommt ...
„Der wesentliche Unterschied zwischen den Alternativen Kaufen oder Mieten liegt in der Flexibilität “, betont der Baufinanzierungsexperte. „Muss ich als Haus- oder Wohnungseigentümer kurzfristig meine Wohnsituation verändern, kommen unter Umständen ein verlustreicher Verkauf und eine zusätzliche Vorfälligkeitsentschädigung auf mich zu.“
Wer mietet, kann sein Haus oder seine Wohnung schnell und relativ einfach wechseln, hat weniger Verantwortung für das Objekt und muss sich um Instandhaltungskosten keine Sorgen machen. Wer aber eine solide Wertanlage für die Zukunft sucht, mindestens zehn Jahre an einem Ort bleiben will und einen sicheren Arbeitsplatz hat, ist mit dem Kauf eines Eigenheims gut beraten – zumal sich hier individuelle Wohnwünsche eher verwirklichen lassen als in einem Mietobjekt.
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20 Prozent Eigenkapital sollte der Immobilienkäufer bei einer Finanzierung des Hauskaufs mitbringen. (Foto: jp!)
Faustregeln für die Finanzierung beim Hauskauf
Wenn die Frage „Kaufen oder Mieten?“ zugunsten des Immobilienkaufs entschieden ist, gibt es bei der Finanzierung für den Hauskauf einiges zu beachten:
Eine Immobilienfinanzierung geht kräftig ins Geld: Die monatlichen Belastungen sind höher als die Miete für ein vergleichbares Objekt. Grunderwerbssteuer, Notargebühren und andere Finanzierungskosten machen rund zwölf Prozent des Hauspreises aus – Geld, das im Fall eines Wiederverkaufs verloren geht.
Das Eigenkapital sollte mindestens 20 Prozent der Bausumme betragen. Generell gilt: je höher der Eigenkapitalanteil, desto günstiger die Konditionen und desto geringer das Risiko.
Die Nebenkosten für das eigene Haus liegen monatlich um mindestens 100 Euro höher als bei einem Mietobjekt. Zu den Betriebskosten kommen beim Wohneigentum etwa Grundsteuer und Versicherungsbeiträge hinzu.
Sicher vor bösen Überraschungen
Für die Kreditraten sollte etwa ein Drittel des Nettoeinkommens zur Verfügung stehen. „Unsere Faustformel gibt vor, dass maximal 40 Prozent des Nettoeinkommens für die Raten von Krediten aufgewendet werden sollten“, erklärt Varlemann. „Dabei sollten allerdings Sonderzahlungen wie Schichtzulagen, Überstundenzuschläge und Ähnliches nicht in die Kalkulation einfließen.“
Neben der Rückzahlung des Kredits müssen Hausbesitzer auch Rücklagen bilden, um für Reparaturen oder andere Ausgaben für Haus oder Grundstück vorzusorgen – und das auch im Alter, wenn das Einkommen schrumpft. Experten empfehlen, monatlich rund 50 Cent pro Quadratmeter für die Instandhaltung beiseitezulegen.
Zoombild
Für die Finanzierung des Hauskaufs ist eine richtige Beratung unabdingbar. (Foto: fotolia.de)
Kaufen statt Mieten: die besten Voraussetzungen
Grundsätzlich sind ein solider Finanzierungsplan sowie ein günstiges Zinsniveau, wie es derzeit herrscht, gute Voraussetzungen für den Hauskauf. Ist der Zinssatz sehr günstig, sollte er für einen möglichst langen Zeitraum festgeschrieben werden.
Natürlich spielt auch der Wert beziehungsweise die Wertsteigerung einer Immobilie eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung für das Kaufen. Meist wird ein Einfamilienhaus nach 20 oder 30 Jahren mit kräftigem Gewinn verkauft. Ein guter energetischer Zustand ist dabei wichtig – und natürlich die alte Makler-Weisheit „Lage, Lage, Lage“.
In jedem Fall sollten sich potenzielle Käufer von unabhängigen Fachleuten beraten lassen. Sowohl bei der Begutachtung von Bestandsimmobilien als auch für einen realistischen Finanzierungsfahrplan ist die Einschätzung von Gutachtern und Finanzexperten Gold wert. Das gilt auch für die Beurteilung der Frage „Kaufen oder Mieten?“
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